Der Brunnen stellt das Auf und Ab der Ratsdamen und -Herren in der Gunst des Volkes dar.
In der unteren Etage sitzen die Ratsdamen und -Herren. Über Ihnen trohnt das Volk und symbolisiert so die Abhänggkeit der Politiker vom Volk.

Umgekehrte Welt, da man sonst denkt, der Rat entscheidet über das Volk und sitzt über dem Volk. Aber letztlich werden die Ratsdamen und -Herren vom Volk gewählt, und dies zeigt Bonifatius Stirnberg mit seinem Brunnen sehr deutlich.

Der Brunnen wurde wie auch der Puppenbrunnen in Aachen (externer Link) von Bonipatius Stirnberg gefertigt. Der Brunnen wurde 1993 fertig gestellt.

Die Figuren in der unteren Reihe - die Ratsdamen und - Herren sind beweglich, was Manchen zu recht lustigen Posen veranlasst:

Diese Stellung der Figuren wurde allerdings nicht von der Fotografin und Autorin Elke Döbbeler bewirkt. Es war wohl die Idee einiger Kinder, die am Antik- und Trödelmarkt in Linz teilnahmen. Denn beim ersten Rundgang sahen die beiden noch ganz anders aus. Aber der Fotografin gefiel es. Gibt es eventuell doch der Symbolik des Bonifatius Stirnbergs eine ganz andere Bedeutung: So nach dem Motto: "Wir haben die Gewalt und Kraft" und "Ihr könnt mich mal" oder "Ihr spinnt".

Es wird aber bezweifelt, dass derjenige, der die Posen gebildet hat, Tieferes gedacht hat, sondern es einfach nur lustig fand (wie eben auch die Autorin).

Aber so konnte für einen kurzen Augenblick mit diesem Brunnen Politik betrieben werden.

Das obere Foto zeigt die Tafel, die den Namen des Brunnens und den Künstler belegt.

Ein wenig mehr zum Künstler:

Bonifatius Stirnberg wurde 1933 in Freienohl geboren. Er machte ab 1948 eine Lehre als Holzbildhauer, beendete diese erfolgreich 1951. Eine Lehre als Tischler schloss er ebenfalls erfolgreich ab.

Nach diesem Ausflug in das rein Handwerkliche besann er sich aber seiner Kunst und begann ein Studium der Raumgestaltung und Bildhauerei an der Werkkunstschule Aachen, welches er 1959 erfolgreich beendete. Aber irgendwie reichte dies seinem Intellekt und Können nicht aus, denn während des Studiums legte er 1957 noch die Meisterprüfung als Bildhauer ab.
Und selbst dann hatte er seinen Wissensdurst nicht gestillt, denn ab 1962 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. Sein damaliger Professor im Fach Bildhauerei war kein Geringerer als Joseph Beuys.

Dass Stirnberg seinen eigenen Kopf hat, bewies er in Aachen. Für Aachen fertigte er eine Skuptur in Form von Pferden.

Die Bronzeskulptur stammt aus dem Jahr 1957. Nach dem Umbau des Aachener Bahnhofs in den Jahren 2004/2005 wurden sie vorläufig entfernt und 20 Meter versetzt wieder in neuer Formation aufgestellt. Stirnberg klagte gegen die Versetzung und berief sich auf sein Urheberrecht. Der Prozess endete mit einem Vergleich: die ursprüngliche Anordnung der Pferde muss wieder hergestellt werden, der Künstler hat aber keinen Anspruch auf den Standort des Kunstwerks.