Bis zu 1,5 Millionen getöteter Menschen in den Konzentrationslagern von Auschwitz-Birkenau dürfen niemals vergessen werden

Beim Gottesdienst am 31. Januar in der Neuwieder Marktkirche wird   der ermordeten Juden und anderer Menschen sowie der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch russische Soldaten gedacht

NEUWIED (jüg) Nachdem vor wenigen Tagen bereits Amnesty-International an der Gedenktafel für die Opfer des Faschismus am Graf-Friedrich-Platz der getöteten Menschen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gedacht und auch vor neuerlichen rechtsradikalen Gewalttaten in Deutschland gewarnt hat, lädt die Marktkirchengemeinde am kommenden Sonntag um 10 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst an die Ermordung von 1,5 Millionen Menschen in den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau ein. Grund für diesen Gottesdienst ist auch die Befreiung des KZ durch russische Soldaten am 27. Januar 1945.  Aufgrund entsprechender Corona bedingten Auflagen kann an diesem Gottesdienst leider nur eine limitierte Besucherzahl teilnehmen.  Daher bittet Pfarrer Zupp darum, sich entweder unter „neuwied-marktkirche@ekir.de“ oder unter den Telefonnummern 02631/23282 bzw. 25336 hierfür anzumelden.

Foto: Jürgen Grab

Um den interessierten Menschen noch einmal die ganze schreckliche Dimension des Holocaust bzw. der systematischen Ermordung von Menschen verschiedener Nationen, unterschiedlicher Herkunft und Behinderungen sowie politischer Richtungen nahezubringen, sollen an dieser Stelle einige Anmerkungen über das Geschehen wiedergegeben werden, die als ein besonders lesenswerter Eintrag im Internet-Portal „Wikipedia“ unter dem Stichwort „KZ Auschwitz“ veröffentlicht sind. Hier wird das gesamte schreckliche Erleiden mit einer Vielzahl detaillierten Informationen und Fotos geschildert, die das unglaublich schreckliche   Geschehen zu Zeiten der Hitler-Tyrannei und seinem faschistischen System deutlich macht.

„....  Exakte Opferzahlen sind nicht zu ermitteln. Wissenschaftliche Schätzungen gehen von über fünf Millionen Menschen aus, die insgesamt in das KZ-System der Nazis deportiert wurden. Die wenigsten KZ-Häftlinge haben überlebt...

 

Im Dezember 2019 wurde das Ergebnis eines Forschungsprojektes veröffentlicht, das die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in Auftrag geben hat. Demnach konnten mehr als 60 Prozent der damals von der SS-Lagerverwaltung registrierten Häftlinge identifiziert werden. (dpa v. 27.12.2019)

Davon nicht erfasst sind die mehr als 900.000 Deportierten, die nie registriert, sondern gleich nach ihrer Ankunft in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Es bekamen nur diejenigen eine Häftlingsnummer eintätowiert, die die Selektion an der sogenannten "Judenrampe" überstanden hatten und für den Arbeitseinsatz im Lagersystem der SS vorgesehen waren. Der größte Teil der Deportierten-, Alte, Kranke, Frauen und kleine Kinder - wurde ohne Registrierung von den SS-Mannschaften direkt in die Gaskammern getrieben.

Nach Angaben der Gedenkstätte sind im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau insgesamt bis zu 1,5 Millionen Menschen, die in Auschwitz/Birkenau ums Leben gekommen. 90 Prozent von ihnen waren Juden, ein Großteil weiterer Menschen  kamen aus Ungarn, Polen, Italien, Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Griechenland, Kroatien, Sowjetunion, Österreich und Deutschland. Ebenso fielen Sinti und Roma, Homosexuelle, Katholiken, Protestanten, Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderungen und politische Gegner der Vernichtungsmaschinerie der Nazis zum Opfer.“

 

„Als die sowjetische Armee am 27. Januar 1945 das Lagergelände von Auschwitz erreichte, bot sich den Soldaten ein grauenhaftes Bild: Nur etwa 7000 ausgemergelte, todkranke KZ-Häftlinge hatten überlebt, 500 davon waren Kinder. Die wenigsten Häftlinge konnten aufrecht stehen, viele lagen apathisch am Boden.

„Zwischen dem 17. Januar 1945 und dem 23. Januar wurden etwa 60.000 Häftlinge evakuiert und in Todesmärschen nach Westen getrieben. In den Lagern und Außenstellen blieben etwa 7500 Häftlinge zurück, die zu schwach oder zu krank zum Marschieren waren. Mehr als 300 wurden erschossen; man nimmt an, dass eine geplante Vernichtungsaktion nur durch das rasche Vorrücken der Roten Armee verhindert wurde.