Erwin Rüddel zum Informationsaustausch beim AK-Sanitätshaus Wittlich

Region. „Wir müssen in der EU und damit eben auch bei uns in Deutschland wieder eigenständiger werden, zudem müssen die Kostenträger bereit sein, mehr zu zahlen, für handwerkliche Qualität und Güte. Denn das Handwerk ist nicht nur eine unverzichtbare Stütze unserer Wirtschaft, Handwerk hat auch immer noch goldenen Boden“, erklärte der direkt gewählte heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel beim Informationsaustausch in der Altenkirchener Filiale des an rund 20 Standorten im nördlichen Rheinland-Pfalz und Hessen vertretenen Sanitätshauses Wittlich.

Bei der Zusammenkunft mit dem Parlamentarier, an der neben Inhaber und geschäftsführenden Gesellschafter Markus Wittlich, HWK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich sowie die HWK-Leiterin Betriebsberatung/Wirtschaftsförderung Stephanie Binge teilnahmen, ging es am Beispiel Handwerk, dass die Sanitätshäuser in den Bereichen Orthopädietechnik und Orthopädieschuhtechnik, sowie Sanitätsfachhandel und Verwaltung eine Vielfalt an Ausbildungsplätzen vorhalten.

Tauschten sich über die Rolle des Handwerks am Beispiel Sanitätshäuser aus: HWK-Koblenz-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich, CDU-Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel und Sanitätshaus-Geschäftsführer Markus Wittlich.

„Versorgen/Umsorgen“, lautet die von Markus Wittlich wiederholte Prämisse des am Hauptsitz Bendorf und den Dependancen rund 200 Beschäftigte zählenden Unternehmens, mit den Tätigkeitsfeldern Orthopädietechnik, Rehatechnik, Kompressionstherapie, Sanitätsfachhandel, Home-Care, Wundversorgung und KidsAktiv-Sitztechnik.

Erwin Rüddel, dem Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, ist es wichtig mit den in der Gesundheitsbranche tätigen Unternehmen seines Wahlkreises steten Austausch zu pflegen. „Nur dadurch“, so der Gesundheitspolitiker, „werden branchenbedingte Vorteile und Mängel transparent.“

Entsprechend interessant waren für den heimischen Abgeordneten, die von Markus Wittlich vorgebrachten, sechs Punkte umfassenden Wünsche: Abbau der Bürokratie zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern, einheitliche/gleiche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer, Transparenz der MD (vormals MDK)-Entscheidungen und Anpassung der Entscheidungskriterien auf den aktuellen technischen Stand der Versorgungsmöglichkeiten, Vertragsverhandlungen statt Vertragsdiktat und eine Klärstelle für Rechtsverletzungen, wenn Uneinigkeit über Themen besteht.

„Unser Plus sind Spezialisierungen und dass uns das Arbeiten mit den Patienten richtig Spaß macht“, so Wittlich, der dabei auf die eigenen handwerklichen Produktionen und Erfolge bei der Versorgung von Schlaganfall- sowie MS-Patienten verwies.

Dass Handwerk immer noch goldenen Boden hat, so Erwin Rüddel, zeige sich gerade an solchen Spezialisierungen. Allerdings habe Qualität eben ihren Preis. Dem ständen die Kassenleistungen meist konträr gegenüber. „Das Wirtschaftlichkeitsgebot ist aber nur ein Teil des Versorgungsauftrags“, ergänzte der Abgeordnete. Einigkeit herrschte darüber, dass Kostenträger und Politik Rahmenbedingungen schaffen müssen.

Dabei müsse das Wohl der Patienten einen hohen Stellenwert haben. Hier komme das Handwerk wieder ins Spiel. CDU-Bundestagsabgeordneter Rüddel verwies dazu auf Initiativen und wichtige Themen in der zu Ende gehenden 19. Legislaturperiode: Stärkung des Meisterbriefs durch u.a. Wiedereinführung der Meisterpflicht für verschiedene Gewerke sowie die 5. HwO Novelle, bei der es um Fachkräftesicherung mit den wesentlichen Punkten Fachkräfteeinwanderungsgesetz, Aufstiegs-BAföG (ehemaliges Meister-BAföG) und Mindestausbildungsvergütung geht.

Ein ebenso wichtiger unverzichtbarer Schritt sei in diesem Komplex der Bürokratieabbau. Zu Corona-Hilfen verwies der heimische Bundestagsabgeordnete auf diverse Programme und Unterstützungsmöglichkeiten sowie das Bundesprogramm „Arbeitsplätze sichern“, das eine Ausbildungsprämie, einen Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit, eine Übernahmeprämie und einen Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen betrifft.

Weitere Punkte waren das Arbeitsschutzkontrollgesetz, Kassensicherungssysteme und Belegausgabepflicht, Tachographenpflicht, Energiepolitik und Handwerk sowie Digitalisierung im Handwerk. Gerade auf Digitalisierung könne auch im Handwerk nicht mehr verzichtet werden.

„Die Digitalisierung bringt für Handwerksunternehmen neuen Schwung und macht sie auch als Arbeitgeber attraktiver. Wir haben verschiedene Initiativen und Förderprogramme für die Digitalisierung des Handwerks unterstützt. Dazu zählt. u.a. die Förderung von Zuwendungen für  den Forschungsschwerpunkt ‚Handwerk 4.0: digital und innovativ‘“, bekräftigte Erwin Rüddel.