Auch wenn es in den letzten Tagen nachmittags mit warmen Temperaturen und Sonnenschein noch nicht den Anschein hatte, so lassen die nebligen Morgen mit Temperaturen im einstelligen Bereich keinen Zweifel zu: Es ist Herbst geworden, auch im Zoo Neuwied.
Diese Veränderung geht auch an den Tieren nicht spurlos vorbei: Die Trampeltiere zum Beispiel bekommen allmählich wieder ihre lange, dichte Winterwolle. „Die wilden Vorfahren der Trampeltiere waren in ihrem natürlichen Lebensraum, der sich von Kasachstan bis nach China erstreckt, extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt, die von über 40 Grad im Sommer bis -30 Grad im Winter reichen“, erklärt Kurator Maximilian Birkendorf.

„Als Anpassung daran zeigen auch unsere Trampeltiere im Zoo, die bereits seit mehreren Generationen in unseren gemäßigten europäischen Breiten leben, noch einen sehr ausgeprägten Fellwechsel.“
Den Trampeltieren macht der Herbsteinzug also wenig aus, genauso wie den Seehunden.   Die verspielten Meeressäuger sind fast auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet, und ihre dicke Fettschicht schützt sie auch wenn das Wasser kälter wird. „Wir passen die tägliche Futterration an die Temperaturen an und steigern die Fischmenge, wenn es kälter wird, da dann auch der Energiebedarf der Tiere steigt“, erläutert Alexandra Japes, die zuständige Kuratorin. „Das gilt auch für unseren Sibirischen Tiger, der sich ganzjährig am liebsten draußen aufhält. Der bekommt im Sommer 7-8 kg Fleisch pro Ration, im Winter bis zu 12 kg.“
Die Tiere, die aus tropischen Regionen kommen, halten sich in den kühleren Monaten verstärkt in ihren Innengehegen auf, wie zum Beispiel die Totenkopfäffchen oder die Tapire. „Solange es nicht friert können sie aber tagsüber trotzdem wählen, ob sie drinnen oder draußen sein möchten“, betont Biologin Alexandra Japes, „normalerweise wissen die Tiere am besten, was gut für sie ist.“