Neugierig schaut es aus seinem Versteck, die großen Ohren immer aufmerksam aufgerichtet, um nichts zu verpassen: Der junge Wasserbock, der Mitte August im Zoo Neuwied geboren wurde, lässt sich nichts entgehen. Seit Anfang 2018 leben drei Defassa-Wasserböcke, zwei Weibchen und ein Männchen, gemeinsam mit Streifengnus, Watussirindern, Sitatungas und Straußen auf der Afrikawiese. „Dieses Jungtier ist der erste Wasserbock, der bei uns geboren ist, daher ist die Freude sehr groß“, erzählt Kurator Maximilian Birkendorf. „Als sogenannter Ablieger liegt das Jungtier meist geschützt zwischen den Bäumen und die Mutter kommt in regelmäßigen Abständen zum Säugen. Daher wissen wir auch noch nicht, welches Geschlecht das Kälbchen hat“, verrät er weiter.

Die männlichen Tiere haben ein dunkleres Fell als die weiblichen und tragen außerdem Hörner. Wie der Name schon verrät, lebt der Wasserbock meist in der Nähe von permanenten Wasserstellen in West- und Zentralafrika. Er hat im Vergleich zu den meisten anderen afrikanischen Grasfressern ein dickes und langes Fell. Die  Männchen leben in der Regel einzelgängerisch und verteidigen ihr Revier gegenüber anderen Artgenossen. Die Weibchen mit ihren Jungtieren dagegen schließen sich zu Herden zusammen. Die Tragzeit der Wasserböcke beträgt 9 bis 10 Monate. Sie gelten in ihrer Heimat als „potenziell gefährdet“, da sie zum einen gejagt werden und zum anderen ihr Lebensraum zerstört wird, wenn Savannen in Weiden oder Ackerland umgewandelt werden.