entsprechen – aber er führt in die Irre!“

 

Erwin Rüddel begrüßt verschärfte gesetzliche Regelungen zum Thema „Wolf“

 

Kreisgebiet. Dass der Bundesrat einem Gesetz zugestimmt hat, welches der Bundestag im Dezember 2019 beschlossen hat, begrüßt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel nachdrücklich. Die Neuregelung sieht vor, dass Wölfe nach Nutztierrissen in Zukunft leichter geschossen werden dürfen. Bei dieser Gelegenheit bekräftigt der Parlamentarier erneut, dass er kein Anhänger einer „grünen Wolfsromantik“ ist. Wörtlich sagt Rüddel: „Wölfe, die zum Beispiel Schafe oder Ziegen getötet haben, werden dies immer wieder tun und sie müssen daher aus dem Bestand entnommen werden.“

Der Abgeordnete verweist darauf, dass diese Entscheidung des Bundesrates längst überfällig war: „Die Ausbreitung der Wölfe in Deutschland ist Realität. Die Zahl der gemeldeten Rudel steigt dramatisch an – und damit auch die Anzahl der Übergriffe und Risse von Ziegen, Lämmern, Rindern, Fohlen und Gatterwild. In den betroffenen Gebieten sorgt der Wolf für Angst. Denn der Wolf ist und bleibt ein Raubtier.“

 

Auch wirtschaftliche Aspekte seien von großer Bedeutung. „Selbst in wolfsärmeren Gebieten verlieren Schäfer Hunderte von Tieren. Die Wolfsrisse bedrohen inzwischen Existenzen. Schäfereien müssen aufgeben“, konstatiert Rüddel. Dies habe Folgen für die Kulturlandschaft – zum Beispiel für die Deiche. Gerade Deiche müssten zwingend beweidet werden, wenn ihre Funktion erhalten bleiben soll. „Deshalb unsere Forderung: Deutschland braucht auch wolfsfreie Zonen neben Wolfsschutzgebieten und Wolfsmanagementgebieten“, bekräftigt der heimische Abgeordnete.

 

Die Sicherheit der Menschen müsse an erster Stelle stehen: „In dicht besiedelten und wirtschaftlich genutzten Arealen ist keine konfliktfreie Koexistenz mit dem Wolf möglich. Für Wolfsromantik hat dort aus gutem Grund niemand Verständnis. Es ist auch keinem Bürger zu vermitteln, dass die Förderung des Herdenschutzes wegen eines einzigen Problemwolfs in Niedersachsen bereits 1,25 Millionen Euro zusätzlich verschlungen hat.“

 

Das neue Gesetz wurde von den federführend zuständigen Bundesministerinnen Julia Klöckner (CDU/Landwirtschaft) und Svenja Schulze (SPD/Umwelt) erarbeitet. Demnach können Wölfe künftig nach Angriffen auf Nutztiere leichter geschossen werden. Dies gilt, wenn sie „ernste Schäden“ für Nutztierhalter verursachen. Bisher mussten die betroffenen Tierhalter in ihrer Existenz bedroht sein, um eine Abschussgenehmigung zu erhalten. Das Naturschutzgesetz wurde entsprechend umformuliert, so dass es auch für Hobbytierhalter Gültigkeit besitzt.

 

Ferner sieht das Gesetz vor, dass bei wiederkehrenden Schäden „im engen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang“ der Abschuss von Wölfen eines Rudels auch dann möglich ist, wenn sich die Vorkommnisse nicht eindeutig einem einzelnen Tier zuordnen lassen. Die Entnahme der Wölfe kann „bis zum Ausbleiben von Schäden“ fortgesetzt werden.

 

Es bleibe jedoch dabei, dass jeder einzelne Abschuss genehmigt werden müsse. Die Tiere blieben in Deutschland im Einklang mit geltendem EU-Recht streng geschützt. Das Füttern und Anlocken von Wölfen sei in Zukunft ausdrücklich verboten.

 

Erwin Rüddel nennt das neue Gesetz „Einen Schritt in die richtige Richtung“ und fügt hinzu: „Dass ich kein Anhänger der ‚Wolfsromantik‘ bin, sondern vor allem die Sorgen der Weidetierhalter, den Schutz der Weidetiere – und letztlich insbesondere auch den Schutz der Menschen – im Auge habe, ist von mit wiederholt öffentlich erklärt worden. Ich habe kein Verständnis dafür, wenn die Zunahme der Wölfe unkritisch verklärt und bejubelt wird.“

 

Man solle jetzt abwarten, wie sich die gesetzlichen Änderungen in der Praxis bewähren. Was die konkreten Folgen in Rheinland-Pfalz angehe, so sei er aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit der „Wolfspolitik der Landesregierung“ allerdings skeptisch. Aber auch hier gelte es abzuwarten.

 

Nach Expertenmeinung ist Rüddel zufolge unstrittig, dass die Population der Wölfe ohne Eingriff des Menschen jährlich um 30 Prozent zunimmt. Der Populationsdruck würde deshalb ohne eine weitere Regulierung so groß werden, „dass wir den Wolf in einigen Jahren wahrscheinlich selbst am Rande unserer Städte wahrnehmen“.

 

Im Übrigen, so Rüddel, sei er überzeugt, dass kein Zaun für die bedrohten Nutztiere letztlich hoch und sicher genug sein könnte, um sie vor dem Wolf zu schützen. Und selbst Pferde seien dadurch bedroht, dass sie in Panik aus ihren Koppeln ausbrechen und dann Menschen gefährden könnten.

 

Auch die wirtschaftlichen Schäden und die extrem hohen Kosten von Schutz- und Sicherungsmaßnahmen (deren Wirksamkeit nicht garantiert sei) sowie die Frage nach dem langfristigen Überleben der Betriebe mit Tierhaltung in ländlichen Regionen wie der unsrigen müsse eine verantwortliche Politik im Blick haben.

 

„Es ist nun einmal so, dass der Wolf in unserem dicht besiedelten Land und in unserer vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft eine Gefahr für Mensch und Nutztier darstellt. Deshalb bleibe ich dabei: je näher der Wolf dem Lebensraum der Menschen kommt, desto mehr wird eine Regulierung des Bestands erforderlich“, bekräftigt Erwin Rüddel.