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Ehrenamtliche Willkommenshelfer erhielten viele Information

Kreis Neuwied

Landrat Rainer Kaul: Flüchtlinge profitieren von der Kompetenz der Flüchtlingspaten

Ein ehrgeiziges Ziel hatten sich die Organisatoren der ersten Fortbildungsveranstaltung des Landkreises Neuwied für ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingshilfe gesetzt. Innerhalb von drei Stunden sollten Expertinnen und Experten der Flüchtlingsarbeit den Teilnehmern, die kreisweit von Verbands- und Kirchengemeinden sowie den Wohlfahrtsverbänden benannt wurden, Grundlagen und Kenntnisse in den für Flüchtlinge bedeutsamen Rechtsgebieten zu vermitteln. Dazu sollten die Teilnehmer miteinander bekannt gemacht und vernetzt werden. Da ein Teil der Ehrenamtlichen schon Kenntnisse und Erfahrungen teilweise aus der Vereins- und Verbandsarbeit und kirchlichen Gemeindetätigkeit mit einbrachte, sollte die Fortbildung im Anschluss an den Impulsvortrag von Landrat Kaul im Dialog und als Erfahrungsaustausch erfolgen. Ein hoher Anspruch, denn am Ende sollte keine Frage unbeantwortet bleiben.

„Wir möchten die Ehrenamtlichen bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützen,“ erläuterte Landrat Kaul die Initiative des Landkreises und dankte ihnen für ihre Bereitschaft, mit Wertschätzung und Fachwissen den Flüchtlingen bei ihrer Integration in Deutschlandland mit Rat und Tat beizustehen. Dazu gehöre, sie in die Lage zu versetzen, den Hilfebedarf der Flüchtlinge besser einzuschätzen und die vorhandenen behördlichen Angebotsstrukturen und Rahmenbedingungen sowie die Unterstützungsleistungen der freien und kirchlichen Träger kennenzulernen. „Wir brauchen im gesamten Landkreis Anlaufstellen, an die sich die Flüchtlinge vor Ort wenden können. In jeder Gemeinde gibt es Räumlichkeiten, die sich dafür eignen. Dorfgemeinschaftshäuser, Gemeindesäle, Kitas und Schulgebäude,“ ist Rainer Kaul überzeugt und weist darauf hin, dass in etlichen Verbandsgemeinden, insbesondere entlang der Rheinschiene und im Wiedtal sowie der Stadt Neuwied bereits Cafe Asyl oder Cafe international kirchlicherseits oder mit Unterstützung der Kommune organisiert werden und gut nachgefragt werden. Dies sei ein ganz wichtiger Baustein bei der Etablierung einer Willkommenskultur. Hier werden nicht nur Informationen ausgetauscht oder auch Sachspenden organisiert, sondern auch niedrigschwelliger Sprachunterricht, teilweise von pensionierten Lehrerinnen oder Lehrern“, so Kaul weiter. Gerade im ländlichen Bereich mit relativ weiten Wegen muss das Angebot engmaschiger sein und mit den dort lebenden Flüchtlingen kommuniziert werden.

„Bereits mit der Einladung wurden die Teilnehmer gebeten, sich bis zu drei Themen und Fragestellungen zu überlegen und aufzuschreiben, die ihnen auf den Nägeln brennen und mit denen sie bei der Unterstützung der Flüchtlinge vor Ort konfrontiert werden“, erläuterte Integrationsbeauftragte Andrea Oosterdyk, die den Nachmittag moderierte. „Die angewandte Methode ermöglicht es, in kurzer Zeit eine Fülle von Themen zu strukturieren, sie für die Teilnehmer transparent zu machen sie nach dem Informationsbedarf der Teilnehmenden zu bearbeiten“. Diese reichten vom Verlauf eines Asylverfahrens, über ausländerrechtliche und finanzielle Fragestellungen, von der Anerkennung ausländischer Abschlüsse und der Arbeitsaufnahme.

Landrat Kaul dankte den Expertinnen und Experten der Flüchtlingsarbeit, Friedhelm Lorscheid, Flüchtlingssachbearbeiter, Thomas Kremer, Flüchtlingssozialarbeiter in der Gemeinschaftsunterkunft Hafenstraße, Violeta Kunz, Flüchtlingsberaterin beim Diakonischen Werk, Lily Bittner und Martina von Berg vom Caritasverband Neuwied, Herbert Woidtke vom Beirat für Migration und Integration des Landkreises Neuwied für die Vorbereitung und Durchführung der Fortbildungsveranstaltung. Unter den Teilnehmern waren auch Alois Müller, Leiter des Jobcenter und die für den Fachbereich Soziales, und damit auch für Flüchtlinge, zuständige Dezernentin, Regierungsdirektorin Hildegard Person-Fensch.

Aufgrund der großen Nachfrage und den positiven Rückmeldungen auf den lebhaften Veranstaltungsablauf und die angeregten Fachgespräche im Tagungshaus Rosa-Flesch in Waldbreitbach kündigte Kaul eine weitere Fortbildungsveranstaltung in der zweiten Jahreshälfte an.

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