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Schlosstheater gehört zur Identität der Stadt Neuwied

Stadt Neuwied

Finanziellen Kürzungsplänen der Landesregierung entgegenstellen

Neuwied. Der Landesbühne Rheinland-Pfalz im Neuwieder Schlosstheater droht das aus, sollten die Kürzungspläne der finanziellen Zuschüsse des Landes realisiert werden. Diese sehen eine Kürzung um 50.000 Euro für das Jahr 2017 sowie eine Kürzung um 100.000 Euro für das Jahr 2018 vor. „Wir haben in der Vergangenheit die Landesbühne durch schwierige Fahrwasser manövriert, aber weiteres Einsparungspotenzial ist im Schlosstheater Neuwied, welches mit äußerst geringen Mitteln ein erstklassiges Angebot präsentiert, einfach nicht vorhanden“, erklärt das langjährige Mitglied des Theaterrates, Lothar Heß. Neben den Zuschüssen von Land und Stadt leisten auch die Stiftung sowie die private Wirtschaft einen großen finanziellen Beitrag.  

Die Landesbühne zählt zu den erfolgreichsten Landesbühnen in der Bundesrepublik. „Das Schlosstheater hat eine Auslastung von über 90 Prozent und erhält dafür den geringsten Pro-Kopf-Zuschuss in der Republik“, so Pascal Badziong, Mitglied des Theaterrates und er ergänzt: „Unser Schlosstheater erfreut sich nicht nur in Neuwied großer Beliebtheit. Die Abonnenten reichen bis weit in die Region des Westerwaldes sowie Mayen-Koblenz und tragen damit auch den Ruf des Landes als Kulturland weit hinaus. Damit dies so bleibt, muss sich aber auch das Land Rheinland-Pfalz über seine Verantwortung bewusst sein.“
„Intendant Walter Ullrich hat zusammen mit Geschäftsführer Dr. Christoph Beck dazu beigetragen, dass die Landesbühne im Schlosstheater mit diesem exzellenten Ruf glänzen kann“, so Lothar Heß und Theaterrats- und Fraktionskollege Pascal Badziong sagt: „Walter Ullrich wird 2019 in den Ruhestand gehen. Die Energie des Theaterrates sollte im nächsten Jahr in die Auswahl eines geeigneten Nachfolgers für die Intendanz des Schlosstheaters gesteckt werden. Dass jetzt die Existenz sowie die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit auf dem Spiel stehen, wird die Suche nicht einfacher machen.“ Lothar Heß und Pascal Badziong hätten sich eine frühere und transparentere Information seitens des Kulturministeriums gewünscht. „Über Kürzungen für das Jahr 2017 zu verhandeln, wenn der Spielplan im Theaterrat beschlossen und Verträge mit Künstlern geschlossen sind, ist mehr als schlechter Stil“, betont Pascal Badziong.
Die Pläne des Kulturministeriums, die Landesbühne Rheinland-Pfalz zu einer „Filiale“ des Stadttheaters Koblenz zu degradieren seien nach Meinung der CDU-Fraktion keine Alternative. „Natürlich können die Verantwortlichen in Mainz über Strukturänderungen nachdenken, aber der Publikumswillen zeigt ganz klar, dass Gäste aufgrund der konservativen Ausrichtung ganz gezielt ein Abo in Neuwied wählen und eben nicht nach Koblenz fahren wollen. Das ist keine Wertung, sondern eine Wahl nach künstlerischen Vorlieben“, bemerkt Pascal Badziong.
Die CDU-Stadtratsfraktion wird sich vehement für den Erhalt der Landesbühne im Schlosstheater Neuwied einsetzen und sagt allen Verantwortlichen ihre Unterstützung zu. „Wir sollen im Norden des Landes wieder einmal abgehängt werden“, meldet sich auch Fraktionsvorsitzender Martin Hahn zu Wort und „wir werden nicht tatenlos zuschauen, wenn Neuwied wieder zum Opfer Mainzer Politik wird.“ Hahn sieht insbesondere Oberbürgermeister Nikolaus Roth in der Verantwortung, der bisher mit seiner Politik der “Hinterzimmer-Gespräche“ unter „Parteifreunden“ nichts Vorweisbares erreicht habe. „Ich erwarte von unserem OB, dass er seine vornehme Zurückhaltung aufgibt und in Mainz Tacheles redet. „Nach dem Millionen-Desaster beim Theater in Trier ist es für mich unbegreiflich, dass die Ministerpräsidentin in ihrer Heimatstadt die schützende Hand über das Totalversagen der politisch Verantwortlichen hält und ein wirtschaftlich wie künstlerisch hervorragend aufgestelltes Theater wie die Landesbühne Neuwied hierfür in Haftung genommen werden soll. Wir brauchen für unser Theater Klarheit und Planungssicherheit und werden uns mit allen Mitteln gegen einen weiteren „Kahlschlag“ der Landesregierung in unserer Region zur Wehr setzen“, zeigt sich Martin Hahn entschlossen.      

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