
Sänger und Gitarrist trat zum zehnjährigen Bestehen der Bluesfreunde Neuwied auf
Foto: Wolfgang Hartmann
Dass die historischen Mauern der ehemaligen Abteikirche Rommersdorf locker auch einem fetten Rocksound standhalten, bewies nun Andreas Kümmert. Der renommierte Künstler trat anlässlich eines Jubiläumskonzerts zum zehnjährigen Bestehen der Bluesfreunde Neuwied (BFN) auf – im Rahmen der beliebten Rommersdorf-Festspiele. Bevor der Mann mit der herausragenden Stimme sein Set begann, richteten Bürgermeister Peter Jung und BFN-Vorsitzender Jürgen Teutloff einige erklärende Worte an das Publikum. Jung lobte das große ehrenamtliche Engagement der Bluesfreunde, Teutloff dankte vor allem den Sponsoren und Unterstützern des Vereins.
Deren Zuwendungen mache kulturelle Arbeit auf hohem Level erst möglich. Anschließend machte Kümmert, einst Sieger bei „The Voice of Germany“, rasch deutlich, warum er sich mittlerweile einen sehr guten Ruf als Blues- und Rockinterpret erspielt hat. Auch seine beachtlichen Fähigkeiten auf der Gitarre brachte er immer wieder wirkungsvoll zur Geltung. Formidabel unterstützt wurde er dabei von seinem Electric Circus, der an diesem Abend aus Bassist Asbjörn Gärtner und Drummer Michael Germer bestand.

Andreas Kümmert präsentierte in Rommersdorf eingängige Eigenkompositionen und anspruchsvolle Coversongs. Foto: Wolfgang Hartmann
Höhepunkte des Programms, das Kümmert häufig mit launigen Ansagen unterfütterte, waren unter anderem sein selbst komponierter Trademark Songs „Simple Man“, das ebenfalls aus eigener Feder stammende, stramm rockende „Milk“ und das intensive „Hard Times“. Kümmert hat auch ein Faible für Cover-Versioneneine. In Rommersdorf standen eine Jimi-Hendrix-Hommage („Little Wing“) und eine stark Blues-infizierte Version des Bill Withers-Klassikers „Ain’t no sunshine“ auf dem Programm.
Apropos „Sunshine“: Als Kümmert erstmals Vater wurde, komponierte er für seine Tochter die Ballade „Little Miss Sunshine“. Die servierte der Mann, der so mühelos vom erdigen Rockton ins Falsett wechseln kann, ganz intim im Solo. Das Publikum auf den gut gefüllten Rängen dankte es ihm mit großem Applaus. Den erhielt Kümmert auch für sein abschließendes, fulminantes „Rocket Man“, einst ein Hit für Elton John. Klar, dass die Band nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen durfte. Mit einem flotten „Before you accuse me“ endete ein Abend, der den Bluesfreunden sicherlich neue Fans beschert haben dürfte.

