Apollofalter: Eilantrag gegen Hubschrauberspritzungen an der Mosel erneut erfolglos 
Pressemitteilung Nr. 13/2026

In Mosel-Steillagen dürfen auch im Jahr 2026 vorerst weiterhin Fungizide mittels Hubschrauber gespritzt werden. Dies hat das Verwaltungsgericht Koblenz in einem Eilverfahren entschieden.

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hatte im Mai 2026 eine für sofort vollziehbar erklärte, auf die Vegetationsperiode 2026 befristete Genehmigung für Hubschrauberspritzungen in besonders steilen Weinbergen an der Mosel erteilt. 

Hiergegen erhob die Antragstellerin, eine anerkannte Umweltvereinigung, Widerspruch und stellte einen gerichtlichen Eilantrag, mit dem sie den Erhalt des vom Aussterben bedrohten Mosel-Apollofalters in den von der Genehmigung betroffenen Flächen bezweckte. 

Dieser Eilantrag blieb ohne Erfolg. Er sei bereits unzulässig, so die Koblenzer Richter. Der Antragstellerin fehle das Rechtsschutzbedürfnis. Der Eilantrag sei nicht zielführend, denn es sei anhand der vorliegenden Unterlagen davon auszugehen, dass der Mosel-Apollofalter in den von der Genehmigung umfassten Ausbringungsflächen nicht mehr vorkomme. Selbst wenn dies der Fall wäre, sei der Eilantrag kontraproduktiv. Denn ohne die Ausbringung der Fungizide aus der Luft drohe auf den vorgesehenen Anwendungsflächen die kurzfristige Aufgabe des Mosel-Steillagenweinbaus. Durch die in diesem Fall zwangsläufig eintretende Verbuschung der Rebflächen gingen jedoch die Habitate des Falters verloren. 

Darüber hinaus sei der Antrag unbegründet. Die pflanzenschutzrechtliche Genehmigung zur Ausbringung bestimmter Fungizide per Hubschrauber sei nach der im Eilverfahren angezeigten summarischen Prüfung auch im Jahr 2026 rechtmäßig. Im Vergleich zu der durch die Kammer bereits in einem früheren Eilverfahren nicht beanstandeten Genehmigung betreffend das Jahr 2025 seien weniger Flächen für die Spritzungen mittels Hubschrauber vorgesehen. Für die von der Genehmigung umfassten Flächen gebe es außerdem nach wie vor keine vergleichbaren anderen Möglichkeiten für die wirksame Ausbringung von Fungiziden. Zudem fehlten weiterhin stichhaltige Nachweise dafür, dass der Mosel-Apollofalter durch die Hubschrauberspritzungen geschädigt werde. Darüber hinaus habe der Antragsgegner im Vergleich zur Vorjahresgenehmigung weitere Untersuchungen angestellt und zusätzlich zu den bereits in der Genehmigung für das Jahr 2025 getroffenen Nebenbestimmungen ein Schutzkonzept erarbeitet; eine Schädigung des Erhaltungszustands des Falters sei daher nicht anzunehmen. So seien die Fungizidauswahl erheblich eingeschränkt und die Auswahl der Mittel in der Spritzfolge an sensible Entwicklungsstadien des Falters angepasst worden.

Gegen den Beschluss wurde Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz erhoben.

(Verwaltungsgericht Koblenz, Beschluss vom 28. Mai 2026, 4 L 575/26.KO)

Die Entscheidung 4 L 575/26.KO kann hier abgerufen werden.