
Foto (Verena Groß/Stadt Koblenz)
Die Hauptblütezeit vieler Wildblumenwiesen im Stadtgebiet ist vorbei. Deshalb beginnt der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen nun mit dem fachgerechten Rückschnitt der Blühflächen. Dabei werden die Pflanzen mit einem Balkenmäher auf etwa zehn Zentimeter Höhe zurückgeschnitten. Die Mahd ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.
Begonnen wird auf den kleineren Blühflächen unter Bäumen auf der linken Moselseite. Anschließend folgen die Flächen auf der rechten Moselseite, unter anderem in der Innenstadt, der Südlichen Vorstadt und auf dem Oberwerth. Danach werden die Blühstreifen auf der Karthause sowie auf der rechten Rheinseite gemäht. Auf ausgewählten Flächen, beispielsweise auf der Rheinau-Wiese, bleiben beim ersten Schnitt zunächst einzelne Bereiche stehen. Diese sogenannten Altgrasinseln dienen Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als Rückzugsort und Nahrungsquelle.

Foto (Verena Groß/Stadt Koblenz): Die Wildblumen-Einsaaten im Stadtgebiet, wie hier am Wallersheimer Weg, werden in den kommenden Wochen mit dem Balkenmäher auf etwa zehn Zentimeter Höhe zurückgeschnitten.
Auch wenn derzeit noch einzelne Wildblumen blühen, ist der Sommerrückschnitt notwendig, um die Artenvielfalt langfristig zu sichern. Ohne regelmäßige Mahd würden sich vor allem konkurrenzstarke Gräser ausbreiten und die lichtbedürftigen Wildblumen nach und nach verdrängen. Durch den Schnitt erhalten die Blumen wieder ausreichend Licht und Platz zur Entwicklung. Viele Arten treiben anschließend erneut aus und blühen ein zweites Mal. Die Samen reifen erst im Spätsommer aus, weshalb der zweite Schnitt frühestens Anfang September erfolgt.
Wildblumenwiesen sind auf eine regelmäßige Pflege angewiesen. Artenreiche Wiesen können nur durch ein- bis dreimaliges Mähen pro Jahr dauerhaft erhalten werden. Zu häufiges Mähen oder eine Düngung würden die Artenvielfalt hingegen verringern. Deshalb setzt der Eigenbetrieb auf eine naturnahe Pflege mit abschnittsweiser Mahd. So bleibt immer ein Teil der Fläche als Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten erhalten.
Das Mähgut wird zudem nicht sofort abgeräumt, sondern bleibt für einige Tage auf den Flächen liegen. Ähnlich wie bei der traditionellen Heuernte können so Samen ausfallen und zur natürlichen Vermehrung der Pflanzen beitragen. Gleichzeitig haben Insekten die Möglichkeit, in die stehen gebliebenen Bereiche auszuweichen.

