
Untermieter auf Zeit bei den Nachtaffen
Fotos: Franziska-Waked
Neuwied 05. August 2026 - Seit Mitte Juni lebt das männliche Braunborsten-Gürteltier „Piet“ im Zoo Neuwied. Geboren wurde er Anfang des Jahres im Zoo Rostock. Seine Eingewöhnung verlief reibungslos. Da er noch ein recht junges Tier ist, lebt er aktuell bei den Grauhand-Nachtaffen im Nachttierbereich der Prinz Maximilian zu Wied Halle. „Piet ist oft aktiv und sehr neugierig, wenn wir unsere täglichen Arbeiten im Gehege erledigen. Wie für Gürteltiere üblich, wühlt er im Boden und gräbt dabei die ganze Anlage um“, lacht Tierpflegerin Daniela Meffert. Auf dem Speiseplan von „Piet“ steht morgens hartes Gemüse, damit er daran seine Zähne abwetzen kann und diese nicht so schnell wachsen.
Abends bekommt er dann auch tierisches Futter, zum Beispiel gekochte Eier und Fleisch. Mit neun bis zehn Monaten wird er geschlechtsreif. Erst nach Erreichen der Geschlechtsreife wird er mit dem 14 Jahre alten Weibchen „Pippa“ vergesellschaftet. Pippa wohnt ebenfalls im Nachttierbereich der Prinz Maximilian zu Wied Halle, allerdings bei den Wickelbären. Sollten Piet und Pippa sich auf Anhieb verstehen und Paarungsbereitschaft zeigen, könnten wir bereits in 60-65 Tagen später mit Nachwuchs rechnen!

Das Braunborsten-Gürteltier Piet lebt zu Zeit im Nachttierbereich bei den Nachtaffen im Zoo Neuwied.
Braunborsten-Gürteltiere besiedeln in Südamerika verschiedene Lebensräume, darunter Grasländer, Savannen und Wälder. Darüber hinaus kommen sie auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen vor. Die Tiere leben überwiegend einzelgängerisch und sind sowohl tagsüber als auch nachts aktiv. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, Schnecken, Würmern, kleinen Wirbeltieren sowie Aas. Zusätzlich fressen sie auch pflanzliche Nahrung wie Knollen und Früchte. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert saisonal: Während im Sommer Insekten einen großen Anteil der Nahrung ausmachen, wird im Winter vermehrt pflanzliches Material gefressen

Piet ist ein munteres und lebhaftes Gürteltier.
Das Braunborsten-Gürteltier verfügt über ein großes Verbreitungsgebiet und weist vermutlich eine umfangreiche Gesamtpopulation auf. Zudem kommt die Art in mehreren Schutzgebieten vor und gilt in Argentinien als die häufigste Gürteltierart. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und ihrer hohen Anpassungsfähigkeit wird sie von der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf der Roten Liste als „nicht gefährdet“ eingestuft. Trotz des derzeit günstigen Erhaltungszustands des Braunborsten-Gürteltiers sind viele andere Gürteltierarten durch Lebensraumverlust und Bejagung gefährdet. Um auf diese Bedrohungen aufmerksam zu machen, wurden Gürteltiere im Jahr 2025 zum Zootier des Jahres gewählt. Mit der „Zootier des Jahres“ -Kampagne wird in teilnehmenden zoologischen Einrichtungen aufmerksam auf die Besonderheiten der gewählten Tierart gemacht, sowie Spenden gesammelt, die zu 100 % in in-situ (=vor Ort) Artenschutzprojekte in Südamerika fließen.
Piet und Pippa können in der Prinz Maximilian zu Wied Halle täglich ab 10 Uhr besucht werden. Im Nachttierbereich ist es tagsüber dunkel, um auch die nachtaktiven Tiere in ihrer Aktivitätszeit beobachten zu können. Nachts, wenn es draußen dunkel wird, geht dort das Licht an und es wird drinnen der Tag über verschiedene Leuchten simuliert. Die Tiere leben dort also in einem umgekehrten Tag-Nacht-Rhythmus.
