
Neues Projekt der Kinderfreundlichen Kommune Neuwied rückt Kinderperspektiven in den Fokus – Pilotprojekt beginnt in Feldkirchen
(Foto: Stadt Neuwied / Felix Banaski) - Kinder- und Jugendbeteiligung hat in Neuwied seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert. Mit dem neuen Projekt „Check dein Viertel“ startet die Stadt nun ein weiteres Beteiligungsformat, das jungen Menschen ermöglicht, ihre Stadtteile aktiv mitzugestalten. Den Auftakt macht 2026 Feldkirchen als Pilotgebiet. Anschließend soll das Projekt im Abstand von jeweils eineinhalb Jahren in weiteren Stadtteilen umgesetzt werden, bis ganz Neuwied aus Sicht von Kindern und Jugendlichen betrachtet wurde.
„Wir wollen wissen, wie Kinder und Jugendliche ihren Stadtteil erleben, wo sie sich wohlfühlen, wo sie Schwierigkeiten sehen und welche Wünsche sie für ihre Umgebung haben“, erklärt Bürgermeister Peter Jung. „Kinder sind Experten in eigener Sache. Ihre Beobachtungen liefern uns wertvolle Hinweise, wie wir Neuwied noch kinderfreundlicher gestalten können.“
Kinder bewerten ihren Alltag – digital und vor Ort
Beim Stadtteilcheck erkunden Kinder und Jugendliche ihren Stadtteil allein oder in Gruppen. Sie wählen selbst Orte wie Schulwege, Spielplätze oder Bushaltestellen aus und halten fest, was gut läuft und wo es Probleme gibt. Alle Hinweise werden digital auf einer interaktiven Karte gesammelt und vom Kinder- und Jugendbüro begleitet.
„Uns ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche erleben, dass ihre Meinung etwas bewirkt“, betont Sonja Jensen als Koordinatorin der „Kinderfreundlichen Kommune“. „Die Ergebnisse verschwinden nicht in einer Schublade, sondern gehen direkt an die zuständigen Stellen der Verwaltung, etwa an das Bauamt, die Verkehrsplanung oder die SBN.“

Gemeinsam für mehr Beteiligung: Bürgermeister Peter Jung, Sonja Jensen (links) und Eva Falkenburg stellen das neue Projekt „Check dein Viertel“ vor und machen Kinder und Jugendliche zu Experten für ihre Stadtteile. Sie versprechen: „Wir hören zu!“ Foto: Stadt Neuwied / Felix Banaski
Stadtteilkonferenz als gemeinsamer Abschluss
Zum Abschluss jedes Stadtteilchecks lädt die Stadt zu einer Stadtteilkonferenz ein. Eingeladen sind alle beteiligten Kinder und Jugendlichen sowie Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen. Dort werden die Ergebnisse vorgestellt, gemeinsam diskutiert und priorisiert. Die jungen Teilnehmer entscheiden selbst, welche Themen ihnen besonders wichtig sind und welche Veränderungen sie sich wünschen.
Der Jugendbeirat Neuwied moderiert die Konferenz und unterstützt das Projekt von Beginn an. „Wir finden es stark, dass Kinder und Jugendliche ihre Stadtteile selbst erkunden und ihre Meinung einbringen können. So erfahren sie, dass Beteiligung funktioniert und dass Verwaltung und Politik zuhören“, sagt Aghid Al Masalmeh, Vorsitzender des Jugendbeirats.
Unterstützung aus dem Rathaus
Auch Bürgermeister Peter Jung begrüßt das neue Beteiligungsformat: „Die Beobachtungen werden uns helfen, Neuwied gezielt kinderfreundlicher zu gestalten. Das passt sehr gut zu ‚Frag doch mal den Bürgermeister‘, bei dem ich regelmäßig wertvolle Hinweise und Verbesserungsvorschläge direkt von Kindern und Jugendlichen erhalte. Wenn junge Menschen sagen, was sie brauchen, können wir als Stadt gezielter handeln. Das stärkt die Lebensqualität und das Vertrauen in Politik und Verwaltung“, sagt Jung.
Kinderfreundliche Kommune mit System
Der Stadtteilcheck ist Teil des Aktionsplans der Kinderfreundlichen Kommune Neuwied. Als einzige Kommune in Rheinland-Pfalz trägt Neuwied das UNICEF-Siegel. Ziel ist es, die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen dauerhaft in kommunale Entscheidungen einzubeziehen. Bereits Projekte wie der Kinderrechte-Koffer in den Kitas, die Woche der Kinderrechte oder das Förderprogramm „Lasst uns mal ran!“ zeigen, dass Beteiligung konkrete Verbesserungen bewirken kann.
„Kinder sollen erleben, dass sie etwas bewegen können“, betont Eva Falkenburg aus dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt. „Das stärkt ihre Selbstwirksamkeit und ihr Vertrauen in demokratische Prozesse. Genau das wollen wir mit dem Stadtteilcheck fördern.“
Ab 2026 wird „Check dein Viertel“ schrittweise in allen Stadtteilen umgesetzt. So entsteht nach und nach ein Gesamtbild darüber, wie kinderfreundlich Neuwied aus Sicht seiner jungen Einwohner ist und wo gemeinsam weiter angesetzt werden kann.
Was ist „Check dein Viertel“?
• Neues Beteiligungsprojekt im Rahmen der Kinderfreundlichen Kommune Neuwied
• Ziel: Kinder und Jugendliche bewerten ihren Stadtteil und benennen Stärken sowie Verbesserungsbedarf
• Teilnehmer: Kinder und Jugendliche, Schulen, Kitas, Jugendgruppen und Vereine
• Ablauf: Stadtteilerkundungen, digitale Eintragungen auf einer interaktiven Karte, Auswertung und Stadtteilkonferenz, Umsetzung ausgewählter Maßnahmen
• Pilotprojekt: Start 2026 in Feldkirchen, anschließend alle 1,5 Jahre ein weiterer Stadtteil
• Träger: Kinder- und Jugendbüro Neuwied und Ordnungsamt Neuwied


