Ursula E. Howard und Thilo Moeck bringen mit „Das Wolfskind“ einen vielschichtigen Dialog über Generationenkonflikte, Identität und die Ängste einer sich wandelnden Zeit nach Neuwied.
Was passiert, wenn unterschiedliche Vorstellungen von Leben, Erziehung und Zukunft aufeinanderprallen? Dieser Frage geht das Kammerspiel „Das Wolfskind“ von Ursula E. Howard nach. Am 5. November um 19:30 Uhr präsentieren Ursula E. Howard und Thilo Moeck das Stück in der vhs Neuwied.
Den Auftakt des Abends bildet eine Einleitung und ein Vorwort unter dem Titel „The Odd Couple“, bevor eine Szene aus „Das Wolfskind“ zur Aufführung kommt. Das 2021 bei der Edition Borsdorf erschienene Stück verbindet persönliche Konflikte mit gesellschaftlichen Fragen, die bis in die Gegenwart reichen.

Im Mittelpunkt stehen Grace, eine alternde Karrierefrau, und ihr Ehemann Johannes. Gemeinsam nehmen sie ein Findelkind Timotheus auf. Während Grace dem Kind Orientierung und traditionelle Werte vermitteln möchte, treten zwischen den beiden grundlegende Fragen über Verantwortung, Identität und die Gestaltung der Zukunft hervor.
Wie viel Sicherheit können traditionelle Lebensentwürfe noch geben? Was bedeutet Identität in einer Gesellschaft, die sich verändert? Und wie gehen Menschen unterschiedlicher Generationen mit Klimakrise, Zukunftsängsten und gesellschaftlichem Wandel um?
Im Dialog zwischen Grace und Johannes prallen unterschiedliche Lebensentwürfe und Erfahrungen aufeinander. Härte und Aggression wechseln mit Momenten von Nähe und Verletzlichkeit. Hinter dem Schlagabtausch wird dabei immer wieder der Wunsch nach Verständnis sichtbar.
„Das Wolfskind“ greift damit einen Generationenkonflikt auf, der weit über die Figuren des Stücks hinausweist. Fragen nach Erziehung, Verantwortung und gegenseitigem Verständnis betreffen Eltern und Kinder ebenso wie ältere und jüngere Menschen. Das Kammerspiel lädt dazu ein, über gesellschaftliche Veränderungen und die Frage nach einem gelingenden Miteinander ins Gespräch zu kommen.
Dabei gibt das Stück keine einfachen Antworten vor. Gerade in der Begegnung der Figuren entstehen neue Fragen – über Generationen, Identität und die Herausforderungen einer Zeit, in der vertraute Gewissheiten ins Wanken geraten.



Veranstaltung auf einen Blick:
„Das Wolfskind“: Generationsübergreifendes Kammerstück mit Ursula E. Howard und Thilo Moeck
5. November, 19:30 Uhr
vhs Neuwied, Heddesdorfer Str. 33, 56564 Neuwied
Eintritt: 5 Euro