Es ist wohl erklärlich und verständlich, dass nach dem hart zu verurteilenden brutalen Anschlag in Berlin viele Politikerinnen und Politiker nach Möglichkeiten suchen, dem grausamen Terror Einhalt zu bieten. Doch leider muss festgestellt werden, dass sehr viele insbesondere aus der strukturkonservativen Richtung zwar abschreckende Maßnahmen diskutieren, aber ein Teil dieser Verantwortungssträger das schreckliche Geschehen von Berlin für ihre Zwecke instrumentalisiert, wobei ich insbesondere an die zum Teil rechtsextremistische AfD denken. Bei allen Vorschlägen der Politik wird meines Erachtens jedoch viel zu wenig auf die Prävention geachtet. Der Tübinger Kriminologe Jörg Kinzig warnt daher zu Recht vor zu großen Erwartungen.
Prävention, also Vorbeugung, müsste schon im frühen Kindesalter beginnen und schon in den Kindertagesstätten und Grundschulklassen beginnen. Kinder müssten daher schon sehr früh auch mit der Akzeptanz und Toleranz gegenüber anderen Religionen ausgestattet werden. Der gewalttätige Islamismus muss dargestellt werden, wie er ist, nämlich nicht vereinbar mit unserer Lebensweise. Außerdem darf es nicht zum Einsparen von Förderprogrammen zur Prävention kommen. Die Vorbeugung gegen den Hass und Vorurteile muss schon sehr früh erfolgen, ebenso muss sich am gesellschaftlichen Klima dieser Republik etwas ändern. So muss auch gegen Homophobie vorgegangen werden und außerdem gegen Antisemitismus, der leider in bestimmten Familienstrukturen an der Tagesordnung zu sein scheint. Allein mit großen Worten, die das Geschehene beklagen, ist es nicht getan. Ebenso ist es wichtig, das Diskriminierungsverbot für queere Menschen im Grundgesetz zu manifestieren. Nur durch eine Demokratieerziehung, die ernst genommen wird, kann es möglich sein, schon im Kindesalter entstehenden Hass abzuwenden.

