
Frühling auf der Rheinbrohler Ley
(Fotos: Goßler):
Rheinbrohl. Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings die Knospen an den Hängen des Mittelrheintals zum Aufblühen bringen, zieht es wieder unzählige Wanderer und Naturbegeisterte hinaus ins Grüne. Ein besonders faszinierendes Ausflugsziel in dieser Jahreszeit ist die geschichtsträchtige Rheinbrohler Ley. Hoch über dem Strom gelegen, bietet das markante Plateau nicht nur einen atemberaubenden Panoramablick ins Tal, sondern beherbergt auch ein bedeutendes Kulturdenkmal: das Ehrenmal des Infanterie-Regiments „von Horn“ (3. Rheinisches) Nr. 29.
Das zwischen 1931 und 1933 vom Bildhauer Carl Burger entworfene Bauwerk wurde als Ersatzruhestätte für die 3540 Gefallenen des Regiments im Ersten Weltkrieg errichtet. Die Wahl fiel damals bewusst auf Rheinbrohl, da der Ort im Herzen des ehemaligen Rekrutierungsgebiets liegt und das Denkmal auf dem Berg weithin sichtbar emporragt. Heute fügt sich die Anlage perfekt in das Wegenetz für Aktivurlauber ein: Direkt am Premiumwanderweg „Rheinsteig“ gelegen, lädt das Areal Wanderer dazu ein, einen Moment der Stille und Besinnung einzulegen, bevor es auf den anspruchsvollen Pfaden durch die erwachende Natur weitergeht.
Aktive Vereinigung
Damit dieses wichtige Erbe und beliebte Wanderziel erhalten bleibt, engagiert sich die „Vereinigung ehemaliger 29er und Förderer des Ehrenmals“ seit Jahrzehnten, unterstützt von den Katholischen Junggesellen und Ehrendamen, der Freiwilligen Feuerwehr, Bewohnern des Alloheims, der Nachbarschaft vom Gaulental und hier und da auch weiteren Mitstreitern unermüdlich.

(Fotos Goßler): Der wiedergewählte Vorstand mit den Kassenprüfern und den geehrten Mitgliedern.
Vorstand im Amt bestätigt
Kürzlich fand im kleinen Saal des Gasthauses „Zum Römer“ unter der Leitung des Ersten Vorsitzenden Christoph Goßler die diesjährige Jahreshauptversammlung der Vereinigung statt. Zu den Gästen zählte auch Ortsbürgermeister Oliver Labonde (zugleich Vorstandsmitglied).
Die Versammlung blickte auf ein aktives Vereinsjahr zurück und zog eine positive Bilanz: Trotz leichter Rückgänge durch Sterbefälle steht die Vereinigung mit aktuell 211 Mitgliedern auf einem soliden Fundament. Kassierer Achim Zemke präsentierte eine geordnete Kassenlage, die es dem Verein ermöglicht, wichtige, zukunftsweisende Investitionen am Denkmal zu tätigen. In den nächsten Jahren stehen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an: Unter anderem werden das kupferbeschlagene Eingangsportal instand gesetzt, der Sicherungskasten samt Stromzuführung erneuert sowie die Mauern rund um das Ehrenmal saniert. Nach dem Bericht der Kassenprüfer wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.
Bei den anschließenden Neuwahlen unter der Leitung von Wahlleiter Martin Zwick wurde der geschäftsführende Vorstand geschlossen im Amt bestätigt: Christoph Goßler (Erster Vorsitzender), Michael Röttgen (Zweiter Vorsitzender), Achim Zemke (Kassierer) und Ewald Schneider (Schriftführer) führen die Geschicke fort. Unterstützt werden sie von einem engagierten, zehnköpfigen Beirat. Aus diesem verabschiedet wurde aufgrund seines Wegzugs ins Saarland Andreas Kossmann. Als neuer Kassenprüfer wurde Michael Roos an die Seite von Steffen Jungbluth gewählt. Ein besonderer Höhepunkt waren die Ehrungen: Für 25-jährige Vereinstreue wurden die anwesenden Axel Bordihn und Michael Röttgen feierlich ausgezeichnet.

(Fotos Goßler): Bei einem Arbeitseinsatz am 11. April wurden neue Fahnen gehisst und Akazien unterhalb des Weges zur Kanzel gekappt.
Planungen fürs laufende Jahr
Auch für das laufende Jahr gibt es konkrete Pläne: Am 24. Oktober findet ab 10 Uhr die jährliche Säuberungsaktion statt, um das Gelände für den Volkstrauertag am 15. November vorzubereiten. Zudem wird im kommenden Winter ein fester Briefkasten für die traditionellen Briefe der Kinder an das Christkind aufgestellt, um die Post vor der Witterung zu schützen. Der Verein ruft alle Bürger und Wanderer dazu auf, die Vereinigung zu unterstützen und neue Mitglieder zu werben, damit das Wahrzeichen auf der Ley auch in Zukunft ein Ort der Begegnung bleibt.

