Wohnraumversorgungskonzept zeigt Bedarfe und Chancen für die Stadtentwicklung – OB Einig: „Wir planen langfristig und strategisch“ 
Wie wollen wir künftig in Neuwied wohnen? Welche Wohnungen werden gebraucht und wie schaffen wir es, dass unsere Stadt für Familien, Senioren und junge Menschen gleichermaßen attraktiv bleibt? Mit dem neuen Wohnraumversorgungskonzept, das der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung verabschiedet hat, stellt sich Neuwied strategisch für die kommenden Jahre auf und schafft eine fundierte Grundlage, um die Wohnraumentwicklung gezielt zu steuern.
Das Konzept zeigt deutlich: Die Anforderungen an das Wohnen verändern sich. Kleinere Wohnungen für Ein- und Zweipersonenhaushalte, bezahlbare familiengerechte Wohnungen sowie barrierearme Angebote für ältere Menschen werden zunehmend gebraucht. Gleichzeitig ist ein großer Teil des Bestandes in die Jahre gekommen und muss modernisiert werden. „Wir haben deutliche Verschiebungen im Bedarf. Bestimmte Wohnformen werden knapper, andere passen nicht mehr zu den Lebensrealitäten der Menschen“, betont Oberbürgermeister Jan Einig.

Planskizze/Animation des Werthviertels, das die Gemeindliche Siedlungsgesellschaft (GSG) in der südöstlichen Innenstadt entwickelt

Die Analyse macht außerdem deutlich, dass der Bedarf an Wohnraum weiter steigen wird. Je nach Entwicklung werden bis 2040 mehrere tausend zusätzliche Wohnungen benötigt. Ein Teil davon kann durch Nachverdichtung, Umbau oder die Aktivierung bestehender Flächen entstehen. Gleichzeitig wird es auch neue Bauflächen brauchen, um der Nachfrage gerecht zu werden.
Dabei spielt auch die Unterstützung von Bund und Land eine entscheidende Rolle. Um die Herausforderungen beim Wohnungsbau bewältigen zu können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und eine stabile Förderkulisse. Förderprogramme müssen planbar, ausreichend ausgestattet und langfristig angelegt sein, damit Investitionen in Neubau, Modernisierung und bezahlbaren Wohnraum wirtschaftlich umsetzbar bleiben.
Das Konzept bündelt diese Herausforderungen in sechs zentralen Handlungsfeldern. Dazu zählen unter anderem die Schaffung eines vielfältigeren und qualitativ hochwertigen Wohnungsangebots, die Sicherung von bezahlbarem Wohnraum, ein aktives Baulandmanagement, die Weiterentwicklung des Bestandes, neue Wohnformen für Familien und Senioren sowie ein kontinuierliches Monitoring der Entwicklung.
„Die Zukunft der Wohnraumpolitik liegt nicht nur im Neubau, sondern genauso in der Weiterentwicklung des Bestandes“, machte Einig im Stadtrat deutlich. Energetische Sanierungen, altersgerechter Umbau und die Aktivierung leerstehender Wohnungen sind wichtige Bausteine, um den Wohnungsmarkt zu entlasten.
Der Oberbürgermeister unterstrich zugleich, dass die Stadt bereits in vielen Bereichen auf dem richtigen Weg ist. Große Entwicklungsprojekte wie das Werthviertel, das Rasselstein-Gelände, das Boesner-Areal oder das Hafengebiet zeigen, dass Neuwied die Wohnraumentwicklung aktiv gestaltet. „Wir gestalten die Wohnraumentwicklung in Neuwied aktiv, vorausschauend und verantwortungsvoll“, hielt Einig fest.



Infoveranstaltung zum Wohnraumkonzept
Wer sich intensiver mit den Ergebnissen und Handlungsempfehlungen des Wohnraumversorgungskonzepts beschäftigen möchte, ist herzlich eingeladen zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 11. Februar von 17.30 bis 19 Uhr im Food-Hotel. Dort werden Inhalte und Perspektiven vorgestellt sowie Fragen beantwortet.