Teil 1 - Alarmstufe Rot für den Raubwürger in der Eifel
Der Raubwürger braucht Ihre Hilfe in der Eifel. Unsere letzten Brutvorkommen liegen verstreut - wir wollen Offen- und Halboffenflächen aufwerten und vernetzen. Dafür suchen wir Flächen – gern auch Teilflächen! – in der Eifel (LK Vulkaneifel, Mayen-Koblenz, Eifelkreis Bitburg-Prüm).
Kontakt: SNU –Sarah Rossi (06131 16-5580, sarah.rossi@snu.rlp.de)Er ist kaum größer als eine Amsel, trägt eine markante „Zorro-Maske“ – und steht in Rheinland-Pfalz vor dem Verschwinden: der Raubwürger (Lanius excubitor). Einst weit verbreitet, ist die Art vom Aussterben bedroht. Ohne gezielte Lebensraummaßnahmen droht der Verlust als Brutvogel im ganzen Bundesland. 
 

Wo gibt es ihn noch?
Die letzten bekannten Brutvorkommen konzentrieren sich in der Eifel. Viele Reviere liegen derzeit auf sogenannten Kalamitätsflächen im Wald – Windwürfe, Dürre oder Borkenkäfer haben dort vorübergehend offenes Gelände geschaffen. Doch mit der natürlichen Wiederbewaldung schließen sich diese Flächen wieder – und gehen dem Raubwürger als Jagd- und Brutgebiet verloren. 
Warum ist das kritisch?
Raubwürger leben in festen Revieren und bleiben ihr ganzes Leben in diesem Gebiet. Damit gelten die Vögel als standorttreu und nutzen in ihrem Lebensraum relativ große Reviere von etwa 40–90 Hektar. Verschwindet ein Revier, schwächt das nicht nur das betroffene Brutpaar, sondern die gesamte lokale Population. Neuansiedlungen finden bevorzugt in der Nähe bestehender Vorkommen statt – genau deshalb ist es so wichtig, die verbliebenen Gebiete zu stabilisieren und in ihrem Umfeld geeignete Flächen zu entwickeln. Was hier beim Raubwürger sichtbar wird, steht exemplarisch für viele Arten unserer Kulturlandschaft: Wenn Lebensräume schrumpfen und voneinander isoliert werden, verschwinden ganze Artengemeinschaften.
Was braucht der Raubwürger?
Sein idealer Lebensraum ist offen bis halboffen: extensiv genutztes Dauergrünland, Weiden mit Einzelbäumen, Hecken und anderen Strukturelementen, von denen aus er auf Beute „ansitzt“. Er zählt als Leitart artenreicher, halboffener Kulturlandschaften – Maßnahmen für ihn helfen gleichzeitig Arten wie Neuntöter, Braunkehlchen sowie Baum- und Wiesenpieper. 
Was passiert, wenn wir nichts tun?
Die Fachleute sind sich einig: „Ohne Konzept und Umsetzung geeigneter Maßnahmen besteht das Risiko, dass der Raubwürger als Brutvogel in RLP ausstirbt“ sagt der Ornithologe Dr. Christian Dietzen bei der Staatlichen Vogelschutzwarte Rheinland-Pfalz. Und weiter: „Darum arbeitet ein Projektkonsortium daran, Lebensräume im Nahbereich der Restvorkommen wiederherzustellen – mit Fokus auf Grünland und funktionale Strukturen wie Sitzwarten, Hecken und Brachstreifen. Ziel ist, bestehende Vorkommen zu sichern, Lebensräume zu vernetzen und eine Rückverlagerung aus den Wald-Ersatzlebensräumen zurück in die ursprünglich bewohnte Kulturlandschaft anzustoßen.“
Wer steht hinter dem Projekt?
Für das Projektgebiet entwickeln die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) und die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e. V. (GNOR) gemeinsam ein Maßnahmenpaket zum Erhalt des Raubwürgers – mit dem Ziel, bis Sommer 2026 eine tragfähige Kulisse und bewilligte Maßnahmen zu erreichen. 
Wussten Sie schon?
•    Viele der geplanten Schritte verbessern nicht nur den Artenschutz, sondern auch Boden- und Wasserrückhalt der Landschaft – etwa durch Extensivierung und Heckenstrukturen. 
•    Für eine lebensfähige Population braucht es großflächige, extensiv genutzte Bereiche – Naturschutz auf Landschaftsebene. 
So geht die Serie weiter
In Teil 2 zeigen wir, wie ein guter Raubwürger-Lebensraum aussieht – vom Zaunpfahl als Sitzwarte bis zur extensiven Weide – und warum genau diese Strukturvielfalt den Unterschied macht. 

Sie haben Grünland, Weide oder Brachen in der Eifel (VG Gerolstein, VG Daun, VG Kelberg, VG Vordereifel) – oder können sich vorstellen Teilflächen davon einzubringen? Melden Sie sich: Sarah Rossi 06131 16-5580 sarah.rossi@snu.rlp.de. Rückmeldungen bis Mitte Januar 2026 helfen bei der Startplanung.
Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „Lebensräume für den Raubwürger – Schutz einer seltenen Art in der Eifel“. Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie hier: https://snu.rlp.de/projekte/raubwuerger