
Überregionaler Arbeitskreis für Vormundschaften und Beistandschaften geht auf Initiative des Neuwieder Jugendamtes zurück
Foto: Ulf Steffenfauseweh
Fachlicher Austausch, gegenseitige Unterstützung und das gemeinsame Ziel, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu unterstützen: Seit inzwischen 20 Jahren vernetzt der „Arbeitskreis Vormundschaften und Beistandschaften“ im nördlichen Rheinland-Pfalz die Jugendämter der Region. Zum stolzen Geburtstag gab es nun eine Arbeitskreistagung im Neuwieder Jugendzentrum Big House. Denn dass der Arbeitskreis 2006 entstanden ist, ist einer Initiative des Stadtjugendamtes Neuwied zu verdanken. Es war die heutige Abteilungsleiterin Bettina Grzembke, die zunächst Vertreter von acht Jugendämtern zusammentrommelte. Schon wenige später stieg die Zahl auf zwölf Jugendämter, die bis heute dem Netzwerk angehören hat.
„Dass aus einer Neuwieder Idee ein dauerhaftes und erfolgreiches Netzwerk für den ganzen Norden von Rheinland-Pfalz geworden ist, erfüllt uns mit großem Stolz“, betonte Bürgermeister Peter Jung bei der Begrüßung und unterstrich: „Gerade wenn Kinder und Jugendliche Unterstützung brauchen, ist es wichtig, dass ihre Rechte und Interessen zuverlässig vertreten werden. Die Mitarbeiter in Vormundschaften und Beistandschaften leisten dazu täglich einen wertvollen Beitrag, und das Netzwerk macht ihre Arbeit noch besser.“ Besonders würdigte er dabei das langjährige Engagement von Bettina Grzembke. „Ohne ihre Initiative, ihre Beharrlichkeit und ihre fachliche Leidenschaft gäbe es diesen Arbeitskreis in seiner heutigen Form nicht. Seit zwei Jahrzehnten hält sie die Fäden zusammen und leistet damit einen wertvollen Beitrag weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus“, machte auch Jugendamtsleiter Bernhard Fuchs deutlich.

Foto: Ulf Steffenfauseweh
Tatsächlich organisiert sich der Arbeitskreis bis heute weitgehend selbst. Die Koordination erfolgt weiterhin über Bettina Grzembke, die den Arbeitskreis seit seiner Gründung begleitet. Unterstützt wird die Arbeit inzwischen auch durch das Landesjugendamt Rheinland-Pfalz, das unter anderem Fortbildungsveranstaltungen ermöglicht.
Die Tagungen dienen nicht nur dem fachlichen Austausch. Sie fördern auch die persönliche Vernetzung der Mitarbeiter verschiedener Jugendämter und erleichtern dadurch die Zusammenarbeit im Alltag. „Man arbeitet nicht gegeneinander, sondern miteinander – immer mit dem Ziel, junge Menschen und ihre Familien bestmöglich zu unterstützen“, macht Bettina Grzembke deutlich.
Der Arbeitskreis reagierte im Laufe der Jahre auch auf gesetzliche Veränderungen. Während Vormundschaft und Beistandschaft früher als gemeinsames Aufgabenfeld betrachtet wurden, führten Reformen des Vormundschaftsrechts zu einer stärkeren fachlichen Trennung. Seit 2014 arbeiten deshalb zwei Unterarbeitskreise unter dem gemeinsamen Dach.
Die diesjährige „Geburtstags“-Tagung stand im Zeichen der Beistandschaften. Diese Beistände vertreten Kinder unter anderem bei der Feststellung der Vaterschaft und bei Unterhaltsansprüchen. Für alleinerziehende Eltern ist dieses Angebot kostenfrei. Darüber hinaus übernehmen die Mitarbeiter als Urkundspersonen wichtige Aufgaben, etwa bei Vaterschaftsanerkennungen oder Sorgeerklärungen. Angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und immer komplexerer rechtlicher Rahmenbedingungen gewinnt diese Arbeit zunehmend an Bedeutung. Die 31 Fachkräfte aus elf Jugendämtern profitierten dabei von dem Fachvortrag des bundesweit gefragten Familienrechtsexperten Dr. Klaus Seubert, Direktor des Amtsgerichts Eschwege, zum Unterhaltsrecht. Anschließend gab es eine rege Diskussion und einen intensiven Austausch.
Mehr Informationen zur Beistandschaft unter www.neuwied.de („Beistandschaft“ in die Suche eingeben und erstem Link folgen.)

