Stadt Koblenz bewirbt sich um Fördermittel für neuen Ortskern am Bubenheimer Bach

Plan (Stadt Koblenz / Katrin Jäckel)
Aus einer weitgehend versiegelten Fläche mit geringer Aufenthaltsqualität könnte in den kommenden Jahren ein attraktiver neuer Dorfmittelpunkt für Bubenheim entstehen. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen hat den politischen Gremien jetzt eine Maximalplanung für die Neugestaltung des Bereichs zwischen Feuerwehrgerätehaus, Alter Schule, ehemaliger Kindertagesstätte und dem Bubenheimer Bach vorgestellt.

Mit dem Projekt bewirbt sich die Stadt Koblenz um Fördermittel aus dem Programm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ des Ministeriums des Inneren und für Sport Rheinland-Pfalz.  Ziel der Planungen ist die Entwicklung eines klimaresilienten, barrierefreien und lebendigen Stadtteilmittelpunkts. Dafür soll zunächst die ehemalige Kindertagesstätte abgerissen werden. Auf dem freiwerdenden Gelände könnte anschließend ein neuer Platz entstehen, der Raum für Begegnungen, Veranstaltungen und Aufenthalt bietet.

Geplant sind unter anderem großzügige Grünflächen, neue Bäume und naturnahe Bepflanzungen, Sitzgelegenheiten, schattenspendende Bereiche sowie eine barrierefreie Gestaltung. In der vorgelegten Planung sind zudem weitere Elemente wie eine öffentliche WC-Anlage, ein Backeshaus, ein Trinkbrunnen sowie ein überdachter Treffpunkt berücksichtigt. Die Planung greift dabei zahlreiche Anregungen aus dem Ortsbeirat auf.

Plan (Stadt Koblenz / Katrin Jäckel): Mit dieser Projektskizze für den neuen Dorfmittelpunkt in Bubenheim mit gleichzeitiger Klimaanpassung und Bachrenaturierung bewirbt sich die Stadt Koblenz um eine Förderung vom Bund.

Ein zweiter wichtiger Baustein des Projekts ist die Renaturierung des Bubenheimer Bachs. Der heute stark ausgebaute und in Teilen begradigte Bachlauf soll auf einer Länge von rund 150 Metern naturnah umgestaltet werden. Vorgesehen sind unter anderem flach auslaufende Uferbereiche, Aufenthaltsflächen am Wasser, Versickerungsbereiche sowie ein Wasserspielangebot. Dadurch soll der Bach stärker erlebbar werden und gleichzeitig einen Beitrag zur Klimaanpassung und ökologischen Aufwertung leisten.

Die Gesamtkosten der Maximalplanung belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Im Rahmen des Förderprogramms könnten bis zu 80 Prozent der Kosten, bei entsprechender Anerkennung einer Haushaltsnotlage sogar bis zu 90 Prozent, durch Bundesmittel gefördert werden.

Die Förderung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Zunächst hat die Stadt eine Projektskizze eingereicht, die durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung bewertet wird. Über die Auswahl der Projekte entscheidet anschließend der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages. Erst nach einer erfolgreichen Auswahl kann ein vollständiger Förderantrag gestellt werden.

Sollte die Stadt eine Förderzusage erhalten, werden die Planungen konkretisiert und die Umsetzung vorbereitet. Mit dem Projekt verfolgt die Stadt das Ziel, den historischen Ortskern von Bubenheim langfristig aufzuwerten und einen attraktiven Treffpunkt für alle Generationen zu schaffen. Gleichzeitig sollen durch Entsiegelung, zusätzliche Begrünung und die naturnahe Gestaltung des Bachlaufs wichtige Beiträge zum Naturschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels geleistet werden.

Foto (Stadt Koblenz/Verena Groß): Durch die Renaturierung des Bubenheimer Bachs und die Umgestaltung des Geländes der ehemaligen Kita zu einer großzügigen Grünfläche soll ein neuer Ortsmittelpunkt in Bubenheim entstehen.