Deeskalation, Stabilisierung und Friedenlernen im Diskurs an der Universität Koblenz

Den diesjährigen traditionellen Dies Academicus veranstaltet das Institut für Evangelische Theologie der Universität Koblenz am 18. November 2026 von 12 bis 14 Uhr im Hörsaal M 001. Im Zentrum steht der biblische Imperativ: „Suche Frieden und jage ihm nach“ aus Psalm 34,15.

Diskutiert wird, was Frieden heute in Gesellschaft, Kirche und Bildungskontexten bedeutet. Dafür kommen Expert*innen aus Religionspädagogik, Militärseelsorge und zivilgesellschaftlicher Friedensarbeit zusammen. Diese drei Zugänge setzen unterschiedlich an, dies macht die Frage nach dem Frieden so vielschichtig.

Den Auftakt macht Clemens Ronnefeldt, Friedensreferent des Internationalen Versöhnungsbunds, unter dem Titel „Schritte zum Frieden“. Er fragt aus der Praxis der Friedensarbeit, wie Konflikte deeskaliert werden können und unter welchen Bedingungen Frieden gelingen kann. Darauf folgt Dr. Roger Mielke, Militärdekan und Lehrbeauftragter des Instituts für Evangelische Theologie an der Universität Koblenz, mit dem Standpunkt der Kirche. Er ordnet aktuelle Debatten um Wehrdienst und Freiwilligendienst ein und bezieht sie auf das Leitbild des gerechten Friedens und die aktuelle Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Damit bringt er die Perspektive einer Kirche ein, die zugleich Soldat*innen begleitet und der Friedensethik verpflichtet ist. Den dritten Impuls gibt die Religionspädagogin und ehemalige Honorarprofessorin an der Universität Koblenz Prof. Dr. Ulrike Baumann unter dem Titel „Frieden lernen“. Sie differenziert Friedenspädagogik, Friedensbildung und Friedenserziehung, die oft ungenau nebeneinander gebraucht werden. Danach fragt sie, wie Frieden gelernt werden kann, in welchen Dimensionen des Lernens, mit welchen Medien und auf welcher emotionalen Ebene. Dies betrifft Schule und Unterricht ebenso wie Hochschule und Lehrkräftebildung. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Christiane Caspary, Religionspädagogin an der Universität Koblenz.

Im Anschluss ist ein moderiertes Gespräch mit dem Publikum vorgesehen. Die Frage des Friedens ist ein Thema, das weit über die Grenzen einzelner Disziplinen hinausreicht und die gesamte Universität als Institution in gesellschaftlicher Verantwortung betrifft. Der Dies Academicus bietet Studierenden, Lehrenden und allen Interessierten dafür einen Raum, in dem sich verschiedene Zugänge begegnen. Der Eintritt ist frei.