Die Biotopbetreuung führt im September Pflegemaßnahmen auf ausgewählten Teilflächen von Blumenrather Heide, Dr. Heinrich-Menke-Park, Rasberg und Heidbüchel durch. 
(Foto: Copyright Jörg Hilgers)
Kreis MYK, 26. August 2026 – In den Wacholderheiden der Osteifel wird in Kürze wieder schweres Gerät die Blicke auf sich ziehen: Ab dem 7. September führt die Biotopbetreuung des Landes Pflegemaßnahmen auf ausgewählten Teilflächen durch. Bei dem Pflegeeinsatz werden überalterte Heidebestände gezielt verjüngt. Betroffen von den Arbeiten sind die Blumenrather Heide, der Dr. Heinrich-Menke-Park, Rasberg und Heidbüchel. Die Maßnahme dauert voraussichtlich rund 14 Tage. Es kann währenddessen zu temporären Sperrungen der Waldwege und Staubentwicklung kommen. 

Schoppern und Plaggen für die Heide

Die prachtvolle Heidelandschaft mit ihrem einzigartigen Artenreichtum ist ursprünglich das Resultat einer jahrhundertelangen, intensiven Nutzung durch den Menschen. Die dadurch entstandene Kargheit der Böden wurde zum Lebensraum vieler heute seltener, gefährdeter Arten wie Heidelerche, Warzenbeißer und Baumpiper. 
Um die Wacholderheiden mit ihren nährstoffarmen Böden zu erhalten, werden die alten Nutzungsformen nachgeahmt. Neben der Schafbeweidung kommt dafür punktuell auch schweres Gerät zum Einsatz: Beim Schoppern werden Vegetation und organische Bodenauflage weitgehend entfernt. Beim tieferen Plaggen wird zusätzlich ein Teil des obersten Mineralbodens abgetragen. Nährstoffe und alte Streuauflagen werden entfernt und neue Keim- und Pionierstandorte geschaffen. 

Foto: Bei der Pflege der prachtvollen Heidelandschaft kommt punktuell auch schweres Gerät zum Einsatz. (Copyright Jörg Hilgers)

„Was auf den ersten Blick wie ein harter Eingriff in die Natur aussieht, ist für den Erhalt der Heide dringend notwendig. Mit der Zeit reichern sich Nährstoffe und abgestorbene Pflanzenreste im Boden an, und Gehölze wie Ginster oder Brombeergebüsch verdrängen die typische Heidevegetation. Durch die Verjüngung schaffen wir wieder offene, nährstoffarme Böden, auf denen Heidekraut, Wacholder und viele seltene Tiere- und Pflanzen gute Bedingungen finden“, erklärt Biotopbetreuer Jörg Hilgers. 
Neben den bearbeiteten Streifen bleiben Heidebestände als Rückzugsräume erhalten. So entsteht ein Mosaik aus vorhandener Heidevegetation und Offenbodenstandorten – die Grundlage für die Lebensräume charakteristischer und streng geschützter Arten.
Wie wichtig die Pflegemaßnahmen sind, zeigt auch die Vergangenheit: Die Wacholderheide war schon einmal fast verschwunden. Aufforstung und die Änderung der historischen Landnutzung führten seit Mitte des 19. Jahrhunderts zum Verlust weiter Heideflächen. Erst mithilfe langjähriger Naturschutzarbeit konnten ab dem Jahr 2007 etliche Heideflächen in der Osteifel wiederhergestellt werden – auch mithilfe des Schopperns und Plaggens.
Ansprechpartner bei Rückfragen: Biotopbetreuung Mayen-Koblenz, Planungsbüro Hilgers Frederike Kroll: f.kroll@planungsbuero-hilgers.de