
Jobcenter und Arbeitsagentur brachten zahlreiche Akteure zusammen – Hervorragende Resonanz
Foto: Frank Blum
Pflege: Das ist eines der zurzeit am intensivsten diskutierten Themen hierzulande. In einer immer älter werdenden Gesellschaft ist sie ein zentraler Gesichtspunkt für ein funktionierendes gesellschaftliches Zusammenleben. Allein, es fehlt oft genug an Personal. Etwas daran zu ändern, dazu sollte der erste Pflege-Info-Tag beitragen, den das Jobcenter des Landkreises Neuwied und die Arbeitsagentur Rhein-Wied-Westerwald im Amalie-Raiffeisen-Saal der VHS Neuwied organisiert hatten. Unterstützung hatten sie dabei vom Beratungsteam Pflegeausbildung erhalten. Diese wiederum ist Teil der Ausbildungskampagne #werpflegtbewegt, mit der das Land sowohl die Pflegeberufe stärken als auch den Fachkräftemangel beheben will.

Sie waren mit dem Verlauf des ersten Pflege-Info-Tages vollauf zufrieden (von links): Neuwieds Bürgermeister Peter Jung, Claudia Simonis-Schultheiß, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters, Dieter Knopp, Geschäftsführer Arbeitsagentur Rhein-Wied-Westerwald, und Erster Kreisbeigeordneter Phillip Rasbach. Foto: Frank Blum
Claudia Simonis-Schultheiß, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters, umriss den Wert der Veranstaltung folgendermaßen: „Sie dient unseren Besuchern und Besucherinnen zunächst als Informationsquelle: Welche Berufsbilder gibt es im Tätigkeitsbereich und in welchen Arbeitsumfeldern kann man mit welchen Personengruppen arbeiten? Zweitens sollen vor Ort die Aspekte Beratung, Ausbildung und Arbeitsaufnahme zusammengeführt werden. Beim Pflege-Info-Tag gibt es kurze Wege, es ist leicht Hürden abzubauen und im Idealfall einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz zu finden oder sogar rasch in Arbeit zu kommen. Davon profitieren alle Beteiligten im Pflegesektor: die Arbeitssuchenden, Ausbildungsstätten, Arbeitgeber und letztlich auch die zu Pflegenden.“ Simonis-Schultheiß weiß: „Neben Schülern gibt es auch viele Erwachsene, die eine sinnstiftende Arbeit und eine nachhaltige berufliche Perspektive suchen.“

Auch der Stand der Pflegeschule des Heinrich-Hauses war sehr gut besucht. Foto: Frank Blum
Für alle Interessierten bot der Pflege-Info-Tag ideale Voraussetzungen: Sie erhielten praxisnahe Informationen über alle Sparten der Gesundheitsbranche sowie persönliche Einblicke in Ausbildungsabläufe und den Berufsalltag. Dafür standen ihnen Experten von berufsbildenden Schulen, Weiterbildungsinstituten, Behörden, Beratungsstellen und Arbeitgebenden zur Verfügung. Chancen, die die vielen Teilnehmenden intensiv nutzten. Sie stellten teils sehr zielgerichtete Fragen, präsentierten eigene Unterlagen und hofften auf Jobangebote.
So auch Valentyna Polishchuk. Die Ukrainerin, die bereits über eine mehr als 30-jährige Erfahrung im Pflegebereich verfügt, ging ganz bewusst auf Jobsuche. Rasch hatte sie drei Angebote eingeholt. „Ich hoffe sehr, dass ich etwas Passendes finde“, sagte sie. „Dann wird das heute ein guter Tag.“ Angèl Simo interessierte sich vor allem dafür, wie flexibel die Arbeitsbedingungen sind. Als alleinerziehende Mutter sei es nicht immer einfach, Dienstpläne, Schichtdienste und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen, meinte sie. Simo sieht jedoch eine weitere Chance: „Vielleicht beginne ich ja ein Duales Studium. Genügend Infos dazu finde ich ja hier.“ Frau Sahin war gleich in zweifacher Mission unterwegs. Einerseits wollte sie sich selbst informieren, andererseits auch eine Bekannte unterstützen, die sich genauer nach den notwendigen Sprachkenntnissen erkundigen wollte. „An den vielen verschiedenen Ständen, die wir besucht haben, sind wir ausführlich beraten worden“, bilanzierte sie den Vormittag. Dass es schnell zum intensiven Gedankenaustausch kam, registrierte Dieter Knopp, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Rhein-Wied-Westerwald, erfreut: „Die Veranstaltung zeichnet sich durch eine ausgesprochen lebhafte und konstruktive Atmosphäre aus, die in dieser Form keineswegs selbstverständlich ist.“
Die hohe Resonanz registrierten auch die Aussteller. „Wir sind wirklich erstaunt über das große Interesse“, konstatierte Janina Rittenbruch, die Leiterin der Heinrich-Haus-Pflegeschule. „Viele begreifen Pflege als Chance, um in einen festen Beruf zu kommen, gleich mit welchem Schulabschluss. Wir sind in dieser Beziehung breit aufgestellt, um die Pflege weiter nach vorn zu bringen.“ Auch am Stand des Marienhaus-Klinikums herrschte große Zufriedenheit. „Sehr viele haben sich für das Berufsbild des Krankenpflegehelfers interessiert“, wusste Praxisanleiterin Christina Bohnenkämper zu berichten. „Die Nachfrage war gleich sehr groß, nun hoffen wir auf viele Bewerbungen, denn wir sind immer auf der Suche nach engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Valentyna Polishchuk (links) war auf Jobsuche und holte Informationen auch am Stand des Marienhaus-Klinikums ein. Foto: Frank Blum
Die Organisatoren bewerteten die Veranstaltung aufgrund der durchweg positiven Resonanz aller Beteiligten als vollen Erfolg. Erster Kreisbeigeordneter Phillip Rasbach sah in der Veranstaltung ein Format, das alle Beteiligten im Bereich Pflege zusammenbringt. Er betonte dabei für den Landkreis als zuständiger Schulträger die Bedeutung der Pflegeausbildung und beschrieb aktuelle Maßnahmen die diese im Landkreis Neuwied weiter verbessern werden. Neuwieds Bürgermeister Peter Jung hofft darauf, dass der Pflege-Info-Tag „Bedarfe und Angebote zusammenbringt und Chancen genutzt werden“. Jung bezeichnete die Pflege als systemrelevanten Bereich, der einerseits eine hohe berufliche Sicherheit biete, andererseits aber auch eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung verdiene. Jobcenter-Beauftragte Claudia Simonis-Schultheiß zog ein rundum erfreuliches Fazit: „Hier haben heute neue Wege begonnen und sind neue Verbindungen entstanden. Der Pflege-Info-Tag hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt.“
Pressemitteilung im Auftrag von Claudia Simonis-Schultheiß, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters des Landkreises Neuwied

