Achim Hallerbach, Dr. Peter Enders und Achim Schwickert setzen sich für Rettungs-Hubschrauber-Nachtflüge auch in Koblenz, Wittlich und am Nürburgring ein – „Nur ein erster Schritt“  Kreis Neuwied. Im Zuge der Erweiterung der Fluggenehmigung für den in der Landeshauptstadt Mainz stationierten ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 77“ auf Einsätze rund um die Uhr, fordern die drei Westerwälder Landräte Achim Hallerbach (Kreis Neuwied), Dr. Peter Enders (Kreis Altenkirchen) und Achim Schwickert (Westerwaldkreis) die entsprechenden 24/7-Lizensierungen ebenfalls für den Norden von Rheinland-Pfalz. „Diese notwendigen Anpassungen sollten in einem ersten Schritt für die, an den Standorten Koblenz, Wittlich und am Nürburgring, bereits etablierten Rettungshubschrauber-Dienste erfolgen. Hier sind keine langwierigen Prüfungen im Vorfeld notwendig, schließlich geht es lediglich um eine Erweiterung der Zeitfenster. Eine solch sinnvolle zeitliche Ausdehnung in die Nacht hinein wäre nicht nur hinsichtlich auf den überall identischen Stellenwert lebenserhaltender Maßnahmen ein gutes Signal, sondern zugleich ein erstes ermutigendes Zeichen im Hinblick auf die häufig propagierte und de facto nicht vorhandene Gleichbehandlung aller rheinland-pfälzischen Regionen“, betonen die drei Landräte aus dem Norden des Landes.

In diesem Zusammenhang sehen die drei Westerwälder Landräte die seit Beginn des Jahres wirksame Einzelentscheidung des Landes pro Mainz als nicht ausreichend an. „Unglücke passen sich weder einem „Nine-to-Five-Schema“, noch einer geographischen Festlegung an, sondern ereignen sich rund die Uhr und überall im Land. Damit die Rettungsdienste diesem Umstand Rechnung tragen können, brauchen wir ein gut strukturiertes Netz von 24/7-Luftrettungs-Gestattungen in allen Teilen des Landes“, stellen Achim Hallerbach, Dr. Peter Enders und Achim Schwickert fest.
Innenminister Michael Ebling, der vor seinem Eintritt in die Regierung lange Zeit als Oberbürgermeister von Mainz amtierte, hatte die Ausweitung des Flugbetriebs in der Landeshauptstadt unter anderem mit einer Stärkung der modernen Notfall- und Intensivmedizin über die hoch spezialisierte rettungsdienstliche Ressource auch in der Nacht begründet. Demgegenüber betreffen die vom Land ebenfalls als Argument angeführten veränderten Rahmenbedingungen in der Gesundheitsversorgung mit einer zunehmend spezialisierten Krankenhauslandschaft vor allem den Norden von Rheinland-Pfalz.
„Der ländliche Raum und hier insbesondere der Norden wird nach den erfolgten Schließungen von Krankenhäusern noch mehr vernachlässigt. Wir haben deutlich längere Wege für Rettungsmittel, deshalb wird ein Rettungshelfer mit Nachtflugzulassung für die Fläche dringend benötigt“, kennen die Landräte Achim Schwickert, Dr. Peter Enders und Achim Hallerbach auch die Bedeutung des Faktors „Zeit“ im Ernstfall: 
„Bei uns auf dem Land ist ein Rettungstransportwagen mittlerweile mehrere Stunden im Einsatz, insbesondere wenn er Patienten nach Nordrhein-Westfalen transportieren muss. Damit ist ein RTW bis zu vier oder fünf Stunden nicht mehr für andere Notfälle verfügbar. Wir haben deutlich längere Wege, trotzdem ist es unser Bestreben, Akutsituationen gesichert abzudecken. Deshalb müssen so schnell wie möglich die vorhandenen Rettungshubschrauber mit Nachfluggenehmigungen ergänzt werden. Es kann nicht sein, dass in einem Ballungszentrum wie Mainz, wo die besten medizinischen Versorgungen vorhanden sind, ein 24/7-Rettungsflieger platziert wird, während dort, wo die Versorgungsstrukturen deutlich schlechter sind, durch Krankenhausschließungen ausbluten und Rettungswege wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, keine zusätzlichen 24/7-Rettungshubschrauber-Kapazitäten geschaffen werden“, betonen die drei Westerwälder Landräte Dr. Enders, Hallerbach und Schwickert und hoffen, dass zunächst zeitnah Nachtflug-Genehmigungen zumindest für die Standorte Koblenz, Wittlich und Nürburgring erfolgen.
Ihre Forderung unterstreichen die drei Landräte ebenfalls mit Blick auf die „sehr bedauerliche Entwicklung“, dass die Landesregierung den schwerwiegenden Problemen der Krankenhaus-Landschaft und damit auch der Notaufnahmen bis dato planlos zugesehen habe.
„Gerne nehmen wir Innenminister Michael Ebling beim Wort, dass für einen dauerhaften 24/7-Betrieb perspektivisch auch ein anderer Standort in Rheinland-Pfalz in Betracht kommen muß. Da ist der Raum Westerwald aus guten Gründen erste Wahl. In unserer ländlichen Region mit den Unfallschwerpunkten der großen Autobahnen und Bundesstraßen ist jedenfalls schon jetzt Bedarf gegeben“, unterstreichen Achim Schwickert, Dr. Peter Enders und Achim Hallerbach.

Im Hinblick auf den Zusammenhang von medizinischer Infrastruktur und Effizienz können die Kreis-Chefs einer Aussage des rheinland-pfälzischen Innenministers sogar zustimmen: Ebling hatte darauf verwiesen, dass sich die Krankenhauslandschaft mit zunehmenden Spezialsierungen und längeren Wegen spürbar verändert habe und die Luftrettung nachts gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern entscheidende Zeitgewinne ermöglichen könne. „In der Tat ergänzt der Hubschrauber den bodengebundenen Rettungsdienst insbesondere bei arztbegleiteten Notfall- und Intensivverlegungen sinnvoll. Aber eben nicht nur in der Stadt, sondern gerade bei uns auf dem Land,“ so die Westerwälder Landräte Achim Schwickert, Dr. Peter Enders und Achim Hallerbach.