Ich bin zugleich wütend und empört über die Tatsache, dass immer mehr Unionspolitiker wie jetzt Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer offenbar bereit sind, die sehr sinnvolle Brandmauer einzureißen und mit der in grossen Teilen rechtsextremistischen AfD verhandeln zu wollen. Wenn Kretschmer davon spricht, diejenigen, die an der Brandmauer festhalten wollen, hätten die Zeichen der Zeit nicht erkannt, haben Kretschmer und seine Gesinnungsfreunde in der Union nichts, aber auch rein gar nichts aus der Vergangenheit gelernt. Sonst wüssten sie nämlich, dass die Weimarer Republik daran zugrunde gegangen ist, dass sowohl Rechte als auch Linke nicht konsequent genug gegen den sich anbahnenden Hitler-Faschismus Front gemacht und die NSDAP hoffähig gemacht hätten.
Es ist ein Spiel mit dem Feuer, wenn Kretschmer auf einmal versucht, die AfD in etwaigen Regierungsbündnissen mit einzubeziehen. Nein, die Brandmauer muss bleiben und man darf sich, wie Ralf Stegner von der SPD zu recht sagt, sich mit den Feinden der Demokratie nicht arrangieren. Aufrechte Christdemokraten, wie etwa in der CDA, haben wirklich die Demokratie im Sinn und deren Stimme darf nicht überhört werden. Wenn die AfD in einer Regierung Verantwortung übernehmen würde, dann kann das nur zum Nachteil für die Demokratie sein und führt zu einer Katastrophe wie etwa etwa deren Pläne zur Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens nur zu deutlich zeigen. Kann gut sein, dass wir in kürzester Zeit diese parlamentarische Demokratie nicht mehr wiedererkennen würden. Deshalb ist es höchste Zeit, dass allen Gedankenspielen in der Union für Koalitionen und Gespräche mit der AfD eine deutliche Absage erteilt wird. Ja, die Weimarer Demokratie ist auch an zu wenig engagierten Demokraten zugrunde gegangen. Ich war noch nie in so großer Sorge um die zweite deutsche Demokratie wie derzeit und nur ein konsequentes Nein zur AfD ist glaubwürdig und kann diese Republik erhalten. Es wäre fatal, wenn diese Mahnungen, die immer wieder von vielen Demokratinnen und Demokraten geäußert werden, überhört würden.

