Landrat Achim Hallerbach verlieh Loewenherz-Preis an Schwester Edith Maria Magar, Dr. Julia Reuschenbach und Nicole Werner

Foto: Thomas Herschbach
Kreis Neuwied. Im großen Festsaal des Roentgen-Museums Neuwied hat Landrat Achim Hallerbach die diesjährigen Johanna-Loewenherz-Preise zusammen mit der Kreis-Gleichstellungsbeauftragten Daniela Kiefer an Schwester Edith Maria Magar, Dr. Julia Reuschenbach und Nicole Werner verliehen.
Die 1857 in Rheinbrohl geborene Jüdin Johanna Loewenherz hatte im Lauf ihres Lebens ungeachtet des nationalsozialistischen Terrors stets dafür gekämpft, allen Frauen unabhängig von Herkunft, Glaube oder politischer Überzeugung die gleichen Rechte zu gewährleisten wie Männern. Die nach ihr benannte 1986 gegründete Stiftung, die von der Sparkasse Neuwied unterstützt wird, zeichnet Frauen aus, die sich um die Stellung der Frau in der Gesellschaft verdient machen oder aber eine besondere Leistung in einem wissenschaftlichen, literarischen oder künstlerischen Bereich erbracht haben.

In Gegenwart zahlreicher Ehrengäste, darunter eine Reihe von Vorjahrespreisträgerinnen sowie die Bürgermeister und Gleichstellungsbeauftragten der Heimatkommunen, erinnerte Landrat Hallerbach an die Vorbildfunktion, die jede der ausgezeichneten Damen im Sinne von Johanna Loewenherz über ihre jeweiligen Wirkungskreise hinaus besitzt und wahrnimmt. 
„Haltung zu haben, ist kein Allgemeingut. Dazu braucht es Menschen wie Johanna Loewenherz, die diese Wesensart glaubwürdig im Leben umsetzen und zu Vorbildern der Gesellschaft werden. Solche Herzensbildung, Geisteskraft und Willensstärke verkörpern dementsprechend ihre drei Nachfolgerinnen“, freute sich Landrat Achim Hallerbach in anerkennenden Worten darüber, den Johanna-Loewenherz-Preis 2026 an Schwester Edith Maria Magar, Dr. Julia Reuschenbach und Nicole Werner für ihre ausgezeichnete Loewenherz-Haltung verleihen zu können.

Landrat Achim Hallerbach und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neuwied, Daniela Kiefer, freuten sich, den Johanna-Loewenherz-Preis des Jahres 2026 an Schwester Edith Maria Magar, Dr. Julia Reuschenbach und Nicole Werner überreichen zu können.
Foto: Thomas Herschbach

In diesem Sinne setzt sich die langjährige Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, Schwester Edith Maria Magar, „selbstsicher, souverän und beharrlich“ (Gleichstellungsstelle des Landkreises Neuwied) für eine stärkere Rolle von Frauen in der katholischen Kirche ein. Intensiv und nachhaltig nahm die gebürtige Saarländerin dementsprechend eine Fülle von Aufgaben wahr: Mehrere Jahre war sie Vorsitzende des Aufsichtsrats der Marienhaus GmbH, Mitglied der Ordensleitung, Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbands und Beraterin der Kommission für caritative Fragen der deutschen Bischofskonferenz. „Durch die Öffnung von Ämtern auch für weltlich lebende Frauen hat Schwester Edith-Maria dazu beigetragen, den Fortbestand der Glaubensgemeinschaft zu sichern und zugleich Frauen in Führungspositionen in ihrer zugewandten, toleranten und uneitlen Art zu fördern“, konnte die Gleichstellungbeauftragte Daniela Kiefer respektvoll feststellen.
Die aus Roßbach/Wied stammende Politikwissenschaftlerin Dr. Julia Reuschenbach bringt aussagekräftig ebenfalls ihre weibliche Perspektive in die gesellschaftspolitischen Debatten ein. Ihre Wurzeln hat sie dabei nicht vergessen: Folgerichtig hat die Wahl-Berlinerin auch bei dem Projekt „Dorfliebe“ in ihrem Heimatort Roßbach mitgewirkt, indem sie mit den Menschen ins Gespräch gegangen ist und sich mit deren Meinungen und Ideen ebenso auseinandergesetzt hat wie mit deren Sorgen und Nöten. Ihren Forschungsschwerpunkt hat die leitende Dozentin der Universität Hamburg aber vor allem auf die Parteienforschung gelegt, insbesondere auf populistische Strukturen. Regelmäßig ist die Politologin in Funk und Fernsehen und den sozialen Medien als Expertin vertreten. Auch mit diesen Auftritten möchte Dr. Julia Reuschenbach ihre Kolleginnen dazu ermuntern, weibliche Perspektiven in die gesellschaftspolitischen Debatten einzubringen. 
Die Dritte im Preisträgerinnen-Bunde, Nicole Werner, ist Pionierin, denn sie ist die erste Frau in der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt/Wied und zudem die erste Gruppenführerin in der Verbandsgemeinde Asbach. „Im Vorgespräch konnte ich feststellen, dass Nicole Werner Selbstvertrauen und den Mumm besitzt, etwas zu wagen. So ermutigt sie auch andere Frauen, der Feuerwehr beizutreten“, wusste Daniela Kiefer zu berichten: „Deshalb widmet sie sich unter anderem auch der Brandschutzerziehung, um Mädchen zu bestärken, sich auszuprobieren und sich mehr zuzutrauen.“
Trotz unterschiedlicher Lebensläufe eint die drei Preisträgerinnen eine Reihe von Eigenschaften, die Landrat Achim Hallerbach auf den Punkt brachte: „Alle drei haben Ziele vor Augen, die sie entschlossen und beständig verfolgen.
Sie bleiben dran, auch wenn es unbequem wird und sie setzen sich für eine Gesellschaft ein, die sich durch Solidarität, Verständnis und Nächstenliebe auszeichnet“, ließ der Kreis-Chef seine positive Wertung in die Schlussfolgerung münden: „Drei Frauen, die uns bereichern“.
Zum Landrats-Fazit passte es, dass sich die neuen Würdenträgerinnen untereinander bestens verstanden und solidarisch gegenseitig mental „unterhakten“. Ausgedrückt wurde dieser gesamtgesellschaftliche Stellenwert vom Ruth Zimmermann-Trio auch musikalisch und unter anderem mit einem Evergreen von Stevie Wonder, der die individuelle Ausstrahlungskraft des weiblichen Trios treffend widerspiegelte: „You are the sunshine of my life – Du bist der Sonnenschein meines Lebens“.