
Neuwied. Unter dem bundesweiten Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ stehen in diesem Jahr die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Auch in Neuwied wurde in diesem Rahmen ein sichtbares Zeichen für Solidarität, Demokratie und Menschenrechte gesetzt.
Am Samstag, den 21. März 2026, luden das Neuwieder Bündnis für Demokratie und Toleranz gemeinsam mit der Gemeinsame Diakonische Werke Rheinland-Süd gGmbH zu einer Mahnwache für die Menschen in Iran ein. Veranstaltungsort war der „Engel der Kulturen“ in der Neuwieder Innenstadt – ein symbolträchtiger Platz für interkulturellen Dialog und friedliches Miteinander. Eine Vielzahl von Bürger:innen folgte dem Aufruf und versammelte sich, um ihre Unterstützung für die Menschen im Iran zum Ausdruck zu bringen. Im Mittelpunkt der Mahnwache stand die Forderung nach grundlegenden Menschenrechten.

Neben dem Wunsch nach Frieden wurde insbesondere das Recht auf politische Mitbestimmung hervorgehoben – ein zentrales Element von Demokratie und Menschenwürde.
Zwei Redebeiträge gaben der Veranstaltung eine besondere inhaltliche Tiefe. Frau Nasstaran Houshmand vom Iranischen Kulturverein Koblenz „Kourosh“ sprach über die komplexe Lage im Iran und die unterschiedlichen Perspektiven auf mögliche politische Entwicklungen. Dabei betonte sie die Dringlichkeit internationaler Solidarität und die Stimmen der iranischen Bevölkerung: „Sie sind vielleicht nicht laut, aber wir hören sie, sie rufen nach Freiheit, Demokratie und die Einhaltung universaler Menschenrechte.“ Zugleich rief sie dazu auf, den Fokus auf die Forderungen der Menschen im Iran nicht zu verlieren und sich für ein freies und demokratisches Land einzusetzen. Ein weiterer Beitrag kam von Afshin Gholamigadhim, der sich selbst als „ein Schriftsteller, der vor Kurzem sein Land verlassen musste“ bezeichnete. Seine Worte unterstrichen eindringlich die persönlichen Konsequenzen politischer Unterdrückung und verliehen der Mahnwache eine zusätzliche emotionale Dimension. Die Teilnehmenden erinnerten daran, dass viele Menschen im Iran unter hohem persönlichem Risiko für eine demokratische Zukunft eintreten. Mit großem Mut und unter Einsatz ihres Lebens setzen sie sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung ein. Die Mahnwache in Neuwied sollte ihnen den Rücken stärken und zeigen, dass ihr Kampf international wahrgenommen und unterstützt wird.
Die Veranstaltung fügte sich damit in die Zielsetzung der Internationalen Wochen gegen Rassismus ein: ein klares Zeichen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Extremismus zu setzen – und zugleich für eine Gesellschaft einzutreten, in der die Würde jedes Menschen unantastbar ist.


