Bild: Universität Koblenz / Felix Schlief
Der Landeswettbewerb Mathematik Rheinland-Pfalz hat mit 24 Schüler*innen der Jahrgangsstufe 10 in diesem Jahr – nach Koblenzer Veranstaltungen in den Jahren 2011 und 2016 - wieder an der Universität Koblenz stattgefunden. Der Wettbewerb besteht seit 1989 - mit Ausnahme des Jahres 2021, in dem er pandemiebedingt nicht stattfinden konnte.
Vor Ort wurde die Veranstaltung vom Mathematischen Institut der Universität Koblenz, insbesondere von Martin Klauer und Prof. Dr. Martin Bracke, Leiter der Arbeitsgruppe Didaktik der Mathematik in den Sekundarstufen, organisiert. Unterstützt wurde das Programm unter anderem von der Fachschaft Mathematik, die am ersten Abend einen Spieleabend mit Pizzaessen ermöglichte.
Inhaltlich war der Workshop bewusst breit und zugleich anspruchsvoll angelegt. Auf dem Programm standen unter anderem ein Kryptographie-Workshop zum RSA-Verfahren, einem asymmetrischen kryptographischen Verfahren, das auf der Schwierigkeit basiert, große Zahlen in ihre Primfaktoren zu zerlegen, zudem eine Vorlesung zum Stellenwertsystem, die Arbeit an sechs mathematischen Modellierungsprojekten sowie ein Museumsbesuch mit inhaltlichem Bezug zur Geschichte der Verschlüsselung.
Highlights waren die Verbindung zwischen dem Kryptographie-Workshop, dem Abend mit Vorführung des Films The Imitation Game und der Vorführung einer originalen Enigma im Rahmen des Besuchs der Wehrtechnischen Sammlung.
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Veranstaltung war der Modellierungstag. Die Schüler*innen arbeiteten in Teams an sehr unterschiedlichen mathematischen Fragestellungen aus anwendungsnahen Kontexten. Zwei der Projekte wurden in Kooperation mit der Debeka eingebracht. Insgesamt reichte das Spektrum der Themen von Versicherungsfragen über Verkehrs- und Alltagssituationen bis hin zu spieltheoretischen und sportbezogenen Fragestellungen. Die Teilnehmenden arbeiteten dabei mit bemerkenswerter Konzentration, Ausdauer und Eigenständigkeit und zeigten große Bereitschaft, sich auch auf anspruchsvolle mathematische Überlegungen einzulassen.
Trotz des dichten und fordernden Programms waren die Schüler*innen durchweg hoch motiviert und interessiert. Ihre engagierte Mitarbeit, ihre klugen Fragen und ihre Offenheit im Austausch haben die Veranstaltung in besonderer Weise geprägt.
Hochmotvierte Schüler*innen im Workshop. Bild: Universität Koblenz / Felix Schlief
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung an der Universität Koblenz standen neben Vertreter*innen der Universität, der Wettbewerbsleitung und der Debeka hier vor allem die Präsentationen der Schülerteams im Mittelpunkt. An die Stelle eines klassischen Festvortrags traten die Ergebnisse der Teilnehmenden selbst: Die Teams stellten ihre Modellierungsprojekte, ihre mathematischen Zugänge und ihre Lösungsideen vor.
Beeindruckend war nicht nur, welche Ergebnisse die Schüler*innen in vergleichsweise kurzer Zeit erarbeitet hatten, sondern auch, wie verständlich und adressatenbezogen sie komplexe Fragestellungen für ein breiteres Publikum aufbereiteten.
Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie viel mathematisches Potential in den jungen Wettbewerbsteilnehmenden steckt – und wie gewinnbringend der Austausch zwischen Schule, Universität und außerschulischen Partnern sein kann.
Weitere Informationen zum Landeswettbewerb Mathematik Rheinland-Pfalz finden sich unter: https://bildung.rlp.de/wettbewerbe/mint/landeswettbewerb-mathematik

