Bundeskanzler Friedrich Merz kann sich angesichts des Coups von Donald Trump in Venezuela nicht zu einer eindeutigen Verurteilung hinsichtlich der Völkerrechtsverletzung der USA durchringen. Mit Sicherheit ist die Tatsache, dass Nicolas Maduro nicht mehr im Amt ist, kein Verlust für die Menschen in Venezuela, aber der völkerrechtswidrige Coup kann in einer wertebasierten Ordnung auf keinen Fall akzeptiert werden. Zeigt er doch einmal erneut, dass sich Donald Trump um Regeln, die im Völkerrecht Gültigkeit haben, nicht kümmert.
Zu befürchten ist, dass es nicht lange dauern wird, bis etwa Wladimir Putin in Bezug auf die Ukraine ähnliche Schachzüge oder Entführungsszenarien planen könnte. Ähnliches gilt auch für den chinesischen Machthaber Xi Jinping. Sollte die Handlungsweise Donald Trumps Schule machen, wird in den internationalen Beziehungen das Recht des Stärkeren zur Regel werden. Die Demokraten in den USA und andere oppositionelle Kräfte sollten in der Tat wegen der schwerwiegenden Konsequenzen, die Trumps Aktivitäten hervorrufen, auch gegen Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren einleiten. Die Welt ist durch die Aktion jedenfalls wieder ein Stück unsicherer geworden und die US-Bürgerinnen und -Bürger sollten sich, wenn sie die ursprünglichen Werte der USA noch verinnerlicht haben, spätestens bei den Midterms Anfang November klar auf die Seite der Opposition stellen. Leider weiss man nicht, zu was Trump darüber hinaus noch fähig sein wird.


