Rebhuhn im Zoo Neuwied als Botschafter einer bedrohten Art

Neuwied, 16. Januar 2026 - (Foto: Tobias Lehmann) - Das Rebhuhn, ein vertrauter Anblick in der heimischen Feldflur, ist heute selten geworden. Als „Vogel des Jahres“ rückt die Art aktuell bundesweit in den Fokus von Natur- und Artenschützern.

Im Zoo Neuwied lebt derzeit ein männliches Rebhuhn, das stellvertretend für seine wildlebenden Artgenossen steht. „Das Rebhuhn ist ein typischer Bewohner unserer Kulturlandschaft – und zugleich ein Verlierer der intensiven Landwirtschaft“, erklärt Kurator Florian Bonenkamp. Strukturreiche Felder, Brachen und Insektenreichtum, die das Rebhuhn zum Überleben braucht, sind vielerorts verschwunden. Entsprechend stark sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen.

Foto: Tobias Lehmann

Die Auszeichnung zum Vogel des Jahres soll genau auf diese Problematik aufmerksam machen. Das Rebhuhn gilt als Gradmesser für den Zustand der Agrarlandschaft: Wo es ihm gut geht, profitieren auch viele andere Tier- und Pflanzenarten. Der Zoo Neuwied versteht seine Haltung daher bewusst auch als pädagogischen Auftrag. Besucherinnen und Besucher können das Rebhuhn aus nächster Nähe kennenlernen und erfahren, warum Arten der offenen Feldlandschaft heute besonders schutzbedürftig sind.

„Das im Zoo Neuwied gehaltene Rebhuhn leistet einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung“, betont der Zookurator. Ziel sei es, Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu schaffen und zu zeigen, wie sehr der Mensch durch Landnutzung und Konsum Einfluss auf die heimische Tierwelt nimmt.

Mit dem Rebhuhn als Vogel des Jahres verbindet der Zoo Neuwied die Hoffnung, dass das Interesse an dieser oft übersehenen Art wächst – und dass konkrete Schutzmaßnahmen in der Landschaft künftig wieder mehr Lebensraum für Feldvögel schaffen.

Foto: Franziska Waked