Ich kann all jene gut verstehen, die immer wieder die Diplomatie als Lösung für den militärischen Konflikt zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine anführen. Ich selbst verabscheue bis aufs Tiefste Krieg und Gewalt und bin davon überzeugt, dass Konflikte zwischen Staaten nur friedlich zu lösen sind. Im Falle des aktuellen Ukraine-Konflikts frage ich mich jedoch, wer auf der russischen Seite an wirklich ernsthaften Verhandlungen für eine Friedenslösung interessiert ist. Ein ungerechter Frieden wäre es, wenn die Ukraine praktisch ihre gesamten Interessen dem russischen Kriegsverbrecher Wladimir Putin opfern würde. Ich war immer zumindest Sympathisant pazifistischer Ideen und die Regelung von Konflikten mit Waffen ist mir zuwider und passt nicht in eine zivilisierte Welt.

Willy Brandt war im Bewusstsein des Schutzes der Nato wichtige Schritte auf eine Friedens- und Entspannungspolitik gegangen. Doch Wladimir Putin mit seinem imperialistischen Gehabe hat die Friedens. und Entspannungspolitik der Siebziger- und Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts zerstört. Ich grübele in den vergangenen Tagen vermehrt darüber, wie man als sich zum Pazifismus hingezogener Zeitgenosse realistische Antworten für den Russland-Ukraine-Konflikt finden kann. Hierzu ziehe ich auch die Bibel heran. Im fünften Gebot heisst es ohne Wenn und Aber: Du sollst nicht töten. Das gilt gerade auch für den Völkermörder Putin. Ja, wir müssen verhandeln und die Dipolmatie ist eine grosse Aufgabe. Es muss eine Lösung gefunden werden, bei der Putin, wenn er weiter an Gewalt festhält, sein Gesicht verliert und in der ganzen Welt als Aggressor wahrgenommen wird. Das ukrainische Volk befindet sich in einer äussert schwierigen Situation und braucht Unterstützung auch durch Demonstrationen in der Bundesrepublik und in Westeuropa. Patentlösungen sind wohl von einem Schreiber nicht zu erwarten. Doch das Schlimmste, was politisch engagierte Menschen in diesem Fall tun können, wäre Gleichgültigkeit.