
Landrat Achim Hallerbach gratuliert Skihütte Malberg und Hüttenwirt Jürgen Hühner zum 60-jährigen Bestehen
Kreis Neuwied. Foto: Martin Boden / Kreisverwaltung Neuwied - Beim Begriff „Skihütte “ läuft im Kopfkino wohl unweigerlich ein Film mit dem Schauplatz eines tiefverschneiten Idylls in Alpen oder Rocky Mountains vor dem geistigen Auge ab.
Dass es nicht notwendigerweise die Schweiz, Aspen und Co. sein müssen, wenn es um Freizeitvergnügen á la Berg- und Ski-Freizeit geht, zeigt im Landkreis Neuwied seit dem Jahr 1965 die Skihütte Malberg in der Ortsgemeinde Hausen/Wied. Zum runden 60. Jubiläum war Landrat Achim Hallerbach jetzt auf die Höhen des Wiedtals gekommen, um Hüttenwirt Jürgen Hühner und seinem Team zu gratulieren. Begleitet wurde der Kreis-Chef von Kreiswirtschaftsförderer Harald Schmillen, Naturgenuss-Projektleiter Jörg Hohenadl und der Ortsbürgermeisterin von Hausen, Carmen Boden.
„Die Wandlung der Hütte zum geerdeten Gourmet-Treff ist untrennbar mit dem Namen Jürgen Hühner verbunden, der die Malberghütte seit nunmehr 24 Jahren betreibt. Der Gastronom aus Leidenschaft hat sich mit langjährigem Engagement und seinen Genussangeboten weit über die Grenzen des Wiedtals hinaus einen guten Ruf hinsichtlich gelebter Regionalität, Qualität und kulinarischer Kreativität erarbeitet“, lobt Landrat Achim Hallerbach den selbstbewussten Gastronomen.
Bekanntlich kommt Erfolg nicht von ungefähr. Seine Ausbildung zum Fleischer und Koch legten den fachlichen Grundstein für die folgenden kulinarischen Ambitionen von Jürgen Hühner. Der Innungsbeste seines Jahrgangs avancierte mit der Prüfung zum Fleischermeister 1992 zu einem der jüngsten Fleischermeister Deutschlands.

Landrat Achim Hallerbach, Kreiswirtschaftsförderer Harald Schmillen, Naturgenuss-Projektleiter Jörg Hohenadl und die Ortsbürgermeisterin von Hausen, Carmen Boden, gratulierten Jürgen Hühner und dessen Team zu 60 Jahren Skihütte. Foto: Martin Boden / Kreisverwaltung Neuwied
„Früh prägte ihn der Leitspruch `In der Region, für die Region, mit der Region´. Jürgen Hühner ist Gründungsmitglied der Initiativen `Tafelfreuden Rhein-Westerwald´ und `Naturgenuss-Partner´ unserer Kreiswirtschaftsförderung, darüber hinaus nahm er Vorsitzfunktionen im Gastgewerbe Wiedtal und bei der DEHOGA Kreis Neuwied ein. Bis heute steht Jürgen Hühner für gelebte Regionalität“, wussten Harald Schmillen und Jörg Hohenadl zu berichten.
Nach wie vor macht sich der Hausener Gastronom aus Leidenschaft für eine engagierte, koordinierte und konkret zielorientierte gemeinschaftliche Tourismusvermarktung auf allen Ebenen stark: „Gerade beim Tourismus muss die Devise gelten: Gestalten statt verwalten. Wer sich bequem zurücklehnt ist und Gästezuspruch als selbstverständlich erachtet, gerät ins Hintertreffen. Vor allem in der heutigen Zeit ist es erforderlich, Ideen soweit vorhanden auch umzusetzen. Dabei muss man das Rad gar nicht mal neu erfinden. Südtirol und Österreich machen uns schon lange vor, wie sich authentischer Regionalgenuss und Tourismus miteinander verbinden lassen“, fordert Jürgen Hühner einen Schulterschuss aller Verantwortlichen. An solchen Anmerkungen wird deutlich: Jürgen Hühner brennt regelrecht für die gastronomische wie touristische Landschaft des Wiedtals. Das weiß auch Landrat Achim Hallerbach zu schätzen:
„Es braucht heute mehr denn je solche Vollblut-Gastronomen wie Jürgen Hühner. Charaktere, die nicht in ihrer Entwicklung stehenbleiben, sondern sich immer wieder auch ein Stück weit neu erfinden. Macher und Könner, die Trends offen gegenüberstehen, Impulse von außen suchen, aber dennoch mit regionaler Bodenständigkeit, fachlichem Können und hoher Leistungsbereitschaft gastronomische Zeichen setzen“, dankte der Landrat dem „Skihütten-Wirt“ für dessen Einsatz zugunsten regionaler Erzeugnisse und seinem Interesse an lebendigen regionalen Wirtschaftskreisläufen. Neben seiner Mitwirkung an der Regionalinitiative Naturgenuss von Naturpark und Kreiswirtschaftsförderung, ist Jürgen Hühner seit einiger Zeit ebenfalls Mitglied der Slow Food-Chef alliance, Vizepräsident Euro Toques Deutschland e. V. und Freaks to Table - Netzwerke die sich dem Handwerk, der Regionalität und guten Umgang mit Lebensmittel verschrieben haben. Wer die Zeichen der Zeit erkennt, bleibt auf der Höhe wie seit 60 Jahren die Skihütte auf dem Malberg.
Was waren das Zeiten! Alpines Schneevergnügen im Wiedtal – das lockte über Jahrzehnte Skibegeisterte aus nah und fern. An alte Ski-Zeiten erinnert heute lediglich der Turm, indem sich damals der Antrieb des Liftes befand. Erbaut wurde die Skipisten-Anlage im Herbst 1964 von der renommierten Firma Doppelmayer aus dem österreichischen Vorarlberg im Auftrag des damaligen Amtes Neuerburg, der heutigen Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach.
Die Eröffnung fand am 2. Weihnachtsfeiertag 1964 unter Beteiligung des bekannten deutschen Ski-Rennfahrers Willi Bogner statt. Ein Novum für die Region war die Möglichkeit, Kunstschnee herzustellen. Mit dem Wasser des benachbarten Malbergsees und zwei leistungsstarken Luft-Kompressoren in der Bergstation ließ sich ein leistungsstarkes Schneekanonen-System für Kunstschnee installieren. Zu jener Zeit gehörte die Anlage zu den größten Kunstschneepisten Europas.
Die Kunstschnee-Kanonen gibt es schon lange nicht mehr und auch die Skianlage wurde 2012 endgültig stillgelegt und demontiert.
Die der Bergstation zugehörige Skihütte wurde bis zum März 2007 als Ski-, Ausflugs- und Wanderlokal geführt. Auf Grund des maroden Zustandes der Ski-Hütte entschloss sich die Gemeinde Hausen als Eigentümerin, den Gastraum neu zu errichten. Im März 2007 wurde die komplette Hütte abgerissen und im Dezember erfolgte die Neueröffnung mit dem Vollblut-Gastronomen Jürgen Hühner als Pächter. Seitdem ist die einstige Skihütte ein Leuchtturm für kulinarische Genüsse mit Qualität und Regionalität. Die grandiose Panoramaaussicht bis über die Grube Georg hinweg gibt es als Sahnehäubchen gratis dazu.

