Akteure der Neuwieder Wohnungslosenhilfe networken im Schöppche 2.0

Foto: Felix Banaski
Für die Obdachlosen- und Wohnungslosenhilfe in der Deichstadt ist das Schöppche 2.0 ein echter Glücksfall. Durch das großzügige Engagement der Wirtgen-Stiftungen konnte im März in der Heddesdorfer Straße 5, im Innenhof der Neuwieder Caritas, eine moderne Tagesstätte eröffnet werden, die den vielfältigen Bedarfen von Menschen in Not in allen Belangen gerecht wird. Um vorhandene Kräfte zu bündeln und zur Verfügung stehende Ressourcen zusammenzuführen haben sich jetzt zahlreiche Akteure der Wohnungslosenhilfe in Stadt und Kreis Neuwied zu einem Netzwerktreffen im Schöppche 2.0 getroffen. Ihr Ziel: Niederschwellige Zugänge zum Hilfesystem schaffen, über Organisationsgrenzen hinaus verlässlich zusammenarbeiten und den Betroffenen tragfähige Zukunftsperspektiven bieten.

Neuwieds Bürgermeister Peter Jung, der für das Netzwerkforum die Schirmherrschaft übernommen hat, dankte allen Beteiligten für ihr Interesse und stellte noch einmal das große Engagement der Wirtgen-Stiftungen lobend heraus. „Wir wollen bei der Wohnungslosenhilfe die Menschen in den Mittelpunkt rücken, die leider nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, machte Jung deutlich. Das Netzwerktreffen versteht er als einen wichtigen ersten Schritt in einem längeren Prozess, der das Hilfsangebot für betroffene Menschen in der Deichstadt verbessern und das Tabuthema „Obdachlosigkeit“ sichtbarer machen soll. Daniel Wichmann, Leiter der Wirtgen-Stiftungen, führte aus, mit wie viel Stolz es ihn erfüllt hat, den Meilenstein der Eröffnung des Schöppche 2.0 mitzuerleben: „Die Wirtgen-Stiftungen setzen sich seit mittlerweile fünf Jahren für verschiedene Projekte in der Obdachlosenhilfe ein. Für uns alle – auch für die Wirtgen-Brüder – ist das längst zu einer absoluten Herzensangelegenheit geworden.“

In der neuen Neuwieder Tagesstätte für Menschen in Not – dem Schöppche 2.0 – sind Akteurinnen und Akteure aus der lokalen Wohnungslosenhilfe zu einer Netzwerkkonferenz zusammengekommen, um sich über neue Kooperationsmöglichkeiten auszutauschen.  Foto: Felix Banaski

Olga Scott und Anna Pinsdorf aus dem Team der Neuwieder Caritas, welche das Schöppche 2.0 mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Kräfte betreibt, stellten die neue Tagesstätte und das Betriebskonzept vor und gaben allen, die das neue Gebäude noch nicht kannten, eine Führung durch die modernen und funktionalen Räumlichkeiten. Im Anschluss befassten sich zwei Arbeitsgruppen mit der Frage, welche Angebote die verschiedenen, in Neuwied im Bereich der Wohnungslosenhilfe tätigen, Akteure und Institutionen zukünftig im Schöppche durchführen und dabei noch enger miteinander zusammenarbeiten könnten. Dabei kamen viele gute Ideen zusammen, die von niederschwelligen Sprechstunden über Kreativ- und Seelsorgeangebote bis hin zu unkomplizierten Behördenkooperationen zur Vereinfachung von verschiedenen Anträgen und Bewilligungsprozessen reichten. Für Olga Scott war am Ende des Treffens klar: „Mit dem Schöppche 2.0 sind nicht nur zusätzliche Räume entstanden, sondern auch neue Möglichkeiten für Begegnung, Beratung und Kooperation. Diese Möglichkeiten wollen wir gemeinsam nutzen.“

Am ersten Netzwerkforum Wohnungslosenhilfe haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Caritas, Franziskaner Mobil, Wirtgen-Stiftungen, Polizeiinspektion Neuwied, vom Pastoralen Raum Neuwied, dem Kreissozialamt sowie dem städtischen Sozial- und Ordnungsamt beteiligt.