Das, was der eher strukturkonservative Jungpolitiker Philipp Amthor sich mit seinem Angriff auf das Informationsfreiheitsgesetz leistet, könnte man durchaus als Generalangriff auf die Pressefreiheit verstehen. Amthor ist bestimmt kein Saubermann, als den er sich selbst gerne sieht, sondern ein Karrierist, dem Werte wie Informationsfreiheit und Pressefreiheit offensichtlich nicht viel bedeuten, zumindest dann, wenn es um ihn selbst geht. Nein, im Gegenteil, er würde kritische Medien wie die Süddeutsche Zeitung am liebsten an die Leine legen, weil sie seine Kreise stören. Mit diesem Nachwuchspolitiker sind für die nächsten Jahrzehnte Skandale bei der Union vorprogrammiert. Ich bedanke mich bei der Süddeutschen Zeitung für ihre Recherche, die das Salz in der Suppe der Demokratie und Pressefreiheit darstellt, und kann die SZ nur dazu ermuntern, in der kritischen Berichterstattung fortzufahren, auch wenn der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil, was mich als Sozialdemokraten ausserordentlich ärgert, keinen grossen Wert auf den Inhalt des Informationsfreiheitsgesetzes legt und die voller krimineller Energie steckende Geschichte durchgewunken hat. Der Vorgang ist ein Lehrstück dafür, wie man Emporkömmlinge in der Politik immer wieder kritisch betrachten muss.
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