Bundesstadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und Landkreis Ahrweiler setzen Zusammenarbeit im Regionalen Arbeitskreis fort und nehmen den Landkreis Neuwied als gleichberechtigten Partner auf - Neue Kooperationsvereinbarung unterschrieben
Fotos: Sascha Engst /Bundesstadt Bonn
Region Bonn. Die Region Bonn steht vor großen Herausforderungen und wichtigen Weichenstellungen für ihre Zukunft. Der Regionale Arbeitskreis Region Bundesstadt Bonn (:rak) ist seit vielen Jahren ein etablierter Akteur der regionalen Zusammenarbeit vor Ort und echter Mehrwert für die Region. Über kommunale Grenzen hinweg werden konkrete Ergebnisse erarbeitet, die in der täglichen Praxis vor Ort regelmäßig Anwendung finden. Beispielhaft sind hier das regionale Einzelhandelskonzept oder das regionale Siedlungsflächen- und Dichtekonzept zu nennen. 

In der Lebenswirklichkeit der Menschen ist der Landkreis Neuwied selbstverständlicher Teil unserer Region. Mit Unterschrift der neuen Kooperationsvereinbarung ist er nun auch gleichberechtigter Partner im Regionalen Arbeitskreis Region Bundesstadt Bonn, in dem die Bundesstadt Bonn bereits seit mehr als drei Jahrzehnten erfolgreich mit dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Landkreis Ahrweiler zusammenarbeitet. Dies trägt den tatsächlichen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und infrastrukturellen Verflechtungen der Region Rechnung und steigert die Wirksamkeit des gemeinsamen Handelns.
Bonns Oberbürgermeister Guido Déus begrüßte im Alten Rathaus Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Cornelia Weigand, Landrätin des Landkreises Ahrweiler, und Achim Hallerbach, Landrat des Landkreises Neuwied, zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. 

Die Bundesstadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und der Landkreis Ahrweiler setzen ihre Zusammenarbeit im Regionalen Arbeitskreis fort und nehmen den Landkreis Neuwied als gleichberechtigten Partner auf. Darüber freuen sich mit dem Neuwieder Landrat Achim Hallerbach auch Bonns Oberbürgermeister Guido Déus, die Ahrweiler Landrätin Cornelia Weigand und Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises. Foto: Sascha Engst /Bundesstadt Bonn

Oberbürgermeister Guido Déus: „Die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit im Regionalen Arbeitskreis zeigt, dass wir als Region Bundesstadt Bonn verstanden haben, die Zukunft unseres Raums nicht allein innerhalb unserer Stadt- und Gemeindegrenzen zu gestalten. Es ist ein großes Plus, in der täglichen Arbeit auf dieses Netzwerk und seine Ergebnisse zurückgreifen zu können.  Gegenseitiges Vertrauen, Ehrlichkeit und Transparenz werden auch in den kommenden Jahren für uns dabei leitend sein.“
Achim Hallerbach, Landrat des Landkreises Neuwied: „Der gemeinsame Arbeitskreis :rak ist gelebte Zusammenarbeit und bedeutet Zukunft. Unsere Region Bundesstadt Bonn steht vor großen Herausforderungen und diese enden nicht an Bundeslandgrenzen. Flächenverfügbarkeit für Wohnen und Gewerbe, Mobilität, Klimawandel und der demografische Wandel sind Themen, die wir alle zusammen anpacken müssen, um für unsere Heimat Zukunft zu gestalten. Mir ist der Blick in alle den Landkreis Neuwied umliegenden Regionen sehr wichtig und gemeinsam mit der Bundesstadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Ahrweiler verbinden uns, der Lebenswirklichkeit der Menschen entspringende, besonders enge Verflechtungen. Wir stärken und verstetigen diese Beziehungen nun in einem historisch wichtigen Schritt und treten heute offiziell dem :rak bei.“
Landrätin Cornelia Weigand: „Der :rak ist seit Jahrzehnten ein Musterbeispiel für eine lebendige Kooperation. Die Erweiterung um den Landkreis Neuwied ist ein klares Bekenntnis zu einer starken, gemeinsamen Zukunftsentwicklung unserer Region.“

Fotos Sascha Engst /Bundesstadt Bonn

Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises: „Die Herausforderungen unserer Region, wie zum Beispiel den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel, die Flächenverfügbarkeit für Wohnen und Gewerbe sowie Klimawandel und Mobilität - können wir nur gemeinsam angehen, denn sie machen an unseren jeweiligen kommunalen Grenzen nicht Halt. Ich freue mich deshalb sehr, dass der Landkreis Neuwied nun mit uns gemeinsam daran mitarbeiten wird.“
Besondere Bedeutung in Zusammenhang Berlin/Bonn
Besonders wichtig ist der „:rak“ aktuell im Zusammenhang mit den Verhandlungen über eine Zusatzvereinbarung zum Berlin/Bonn-Gesetz, die bis Ende 2026 unterzeichnet werden soll. Bund, Länder und die Region verfolgen das Ziel, die Region Bundesstadt Bonn als zweites bundespolitisches Zentrum Deutschlands langfristig zu sichern und zu stärken.
Die Region tritt dabei geschlossen auf und bringt ihre gemeinsamen Interessen gegenüber dem Bund ein. Zu den zentralen Themen gehören der Ausbau Bonns als Standort für Bundesinstitutionen, internationale Organisationen und die Vereinten Nationen, die Weiterentwicklung von Cybersicherheit und Bevölkerungsschutz sowie die Förderung von Wissenschaft, Nachhaltigkeit und internationalem Konferenzwesen.

Derzeit erarbeiten die Kooperationspartner im Projekt „ZukunftsBundRegion“ ein strategisches Regionalentwicklungskonzept, welches über die Landesgrenze hinweg, Handlungsgrundlage für die Gestaltung des Raumes in den kommenden 10 bis 15 Jahren für sämtliche Raumakteurinnen und Raumakteure und die erfolgreiche Akquise von Fördermitteln – bspw. für die Umsetzung von Mobilitätsprojekten - sein wird. Es steht unter der Prämisse, die bundespolitische Funktion zu stärken, wirtschaftsstark und lebenswert zu sein.
Hintergrund
Der „:rak“ besteht bereits seit den frühen 1990er Jahren aus der Bundesstadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Landkreis Ahrweiler. Der Landkreis Neuwied arbeitet seit 2024 als ständiger Gast mit und strebte eine Vollmitgliedschaft an, die mit der Unterzeichnung der aktualisierten Kooperationsvereinbarung realisiert wurde. Der „:rak“  entstand vor dem Hintergrund des Hauptstadtbeschlusses und des Strukturwandels in der Region Bonn. 
Sein Ziel ist es, die interkommunale Zusammenarbeit in der „:rak“-Region zu verstetigen und insbesondere in den Handlungsfeldern der Raumordnung, der regionalen raumrelevanten Planung, der Struktur-, Siedlungs-, Freiraum- sowie Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung, länderübergreifend einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen integrierten Raum- und Regionalgestalt zu leisten.