Bereits zum 13. Mal kam der Gestaltungsbeirat Koblenz vergangenen Monat zusammen, um über städtebauliche Themen zu beraten – dieses Mal in neuer Besetzung. 

Foto (Stadt Koblenz/Sebastian Althoff)
Die fünf Mitglieder des Gestaltungsbeirats kommen seit 2021 zusammen, um die städtebauliche, architektonische und gestalterische Qualität bei wichtigen Bauprojekten zu sichern. So standen in der vergangenen Sitzung die Themen barrierefreier Ausbau des Busbahnhofs "Bf. Stadtmitte/Löhr-Center", die geplante Wohnbebauung auf der Pfaffendorfer Höhe im Bereich Am Kratzkopfer Hof (sog. „Äppelwies“) und ein Workshop zur weiteren Entwicklung und Gestaltung der Ellinger Höhe, das neue Quartier, das auf dem Gelände der ehemaligen Fritsch-Kaserne entsteht, auf der Tagesordnung. 

Mittlerweile verfügen alle fünf Oberzentren von Rheinland-Pfalz, sowie einige der kleineren Städte über einen Gestaltungsbeirat. Der Rat besteht aus fünf unabhängigen Fachleuten, die bei besonders relevanten Projekten mit externer Fachexpertise beratend zur Seite stehen. Zwei der Mitglieder werden alle vier Jahre ausgewechselt. So sind Dipl. Ing. Torsten Becker, Stadtplaner aus Frankfurt und Dipl. Ing. Edda Kurz, Architektin aus Mainz seit Ende 2025 neue Mitglieder des Beirats. Weiterhin beraten die Gründungsmitglieder Prof. Dipl. Ing. Alexander Reichel, Architekt aus Kassel, Dipl. Ing. Ingrid Marx, Architektin aus Stuttgart und Prof. Dipl. Ing. Ulrike Kirchner, Landschaftsarchitektin aus Kelberg, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und tauschen sich bis zu vier Mal im Jahr vor allem mit Bauherren und ihren Architekten zu den vorgestellten Projekten aus. 

Foto (Stadt Koblenz/Sebastian Althoff): Die Mitglieder des Gestaltungsbeirates ( v.l.n.r. ) Prof. Dipl.-Ing. Alexander Reichel, Dipl.-Ing. Ingrid Marx, Dipl.-Ing. Edda Kurz, Prof. Dipl.-Ing. Ulrike Kirchner, Dipl.-Ing. Torsten Becker

In den Sitzungen werden Vor- und Nachteile eines Vorhabens erörtert und bei Bedarf mit dem Blick von außen und den spezifischen Erfahrungen Empfehlungen ausgesprochen, die ein Projekt im Sinne der Qualitätssteigerung – gestalterisch und wirtschaftlich – so voranbringen können, dass die Stadt ihre stadtgestalterischen Besonderheiten weiterentwickeln kann. Ein Teil der Sitzungen ist in der Regel öffentlich, sodass interessierte Bürgerinnen und Bürger sich hier informieren können. Auch Vertreter der politischen Fraktionen nehmen in unterschiedlicher Regelmäßigkeit an den Sitzungen teil und bestätigten bisher die gute und differenzierte Diskussion der Projekte.  

Mit nur zwei Themen war die 13. Sitzung des Gestaltungsbeirates diesmal eine besondere, denn in der Regel berät der ganztägig tagende Beirat, nach erfolgten Ortsbesichtigungen, mindestens vier bis fünf Projekte. Die zu beratenden Projekte werden durch die Stadt Koblenz eingebracht. Die Entwicklung der Fritsch-Kaserne - oder neu der Ellinger Höhe – ist jedoch so komplex, dass man sich im Vorfeld auf einen umfangreicheren Austausch – analog zu einem Werkstattverfahren - verständigte. Mit dem projektbezogenen Gestaltungsbeirat des Quartiersentwicklers und weiteren an der Planung beteiligten Akteuren wurden städtebauliche Ziele, Erschließungskonzeption, Frei- und Grünflächenkonzept sowie die Qualitätsentwicklung und die Erarbeitung eines Gestaltungshandbuches erörtert. Die beiden Beiräte werden zu diesen Themen im Austausch bleiben. 

Am Ende des Sitzungstages waren die Beteiligten und Gäste über den gelungenen Austausch angetan und stellten fest, dass das Instrument Gestaltungsbeirat die städtebaulichen Ziele von Koblenz hervorragend unterstützt.