
Große Resonanz bei Fachtag zu sensiblem Thema FASD
(Foto: Melanie Lange)
Wenn Kinder mit einer unsichtbaren Beeinträchtigung aufwachsen, werden ihre Herausforderungen oft missverstanden. Genau hier setzte ein Fachtag zum Thema Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) an, den das Netzwerk Kinderschutz von Stadt und Kreis Neuwied im Rahmen der bundesweiten COA-Aktionswoche veranstaltete. Das Interesse des Fachpublikums war groß.
COA steht für Children of Addicts – also Kinder aus suchtbelasteten Familien. Die Aktionswoche sensibilisiert bundesweit für ihre Lebenssituation und klärt auf über Risiken, notwendige Hilfen und Unterstützungsangebote. In Neuwied organisierten Franziska Klein vom städtischen Jugendamt und Laura Rockenfeller vom Kreisjugendamt den Fachtag unter dem Motto „Wir werden sichtbar“.
Die Resonanz war groß: Rund 130 Fachkräfte aus den Bereichen Kita, Schule, Schul- und Kita-Sozialarbeit, Beratungsstellen, Bewährungshilfe, Polizei, Krankenhaus und Jugendamt hatten zugesagt. Das breite Spektrum der Teilnehmenden unterstreicht, wie relevant das Thema für unterschiedlichste Berufsgruppen ist – und wie hoch der Bedarf an Austausch und Information bleibt.

Franziska Klein vom städtischen Jugendamt begrüßte das Fachpublikum im Namen des Netzwerks Kinderschutz bevor sie das Wort an Referentin Christina Heib übergab. (Foto: Melanie Lange)
Referentin Christina Heib vom BINE Beratungs- und Informationsnetzwerk für FASD informierte über Ursachen, Auswirkungen und notwendige Rahmenbedingungen in Betreuung und Förderung. Im Anschluss bot der Fachtag Raum für Austausch und Vernetzung. Bürgermeister Peter Jung betonte die gesellschaftliche Verantwortung: „FASD ist ein sensibles Thema, aber es darf kein Tabuthema sein. Wir müssen offen darüber sprechen. Die betroffenen Kinder können nichts für ihre Lage. Sie brauchen Verständnis ohne Vorurteile und verlässliche Unterstützung.“

(Foto: Melanie Lange)
FASD entsteht durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und gehört zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland. Die Beeinträchtigungen können körperlicher, geistiger und seelischer Art sein. Besonders herausfordernd: FASD ist häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar. Betroffene Kinder gelten schnell als unkonzentriert oder verhaltensauffällig – dabei benötigen sie Verständnis, klare Strukturen und verlässliche Unterstützung.
Für die Stadt Neuwied als Kinderfreundliche Kommune ist es ein zentrales Anliegen, gerade diejenigen Kinder in den Blick zu nehmen, die oft übersehen werden. Der Fachtag hat deutlich gemacht: Offenheit, Wissen und Vernetzung sind entscheidende Schritte, um betroffenen Familien wirksam zu helfen – und Prävention nachhaltig zu stärken.

(Foto: Melanie Lange)

