
Foto: Stadt Neuwied / Sebastian Krings
Medienentwicklungsplan 2026–2030: 2,4 Millionen Euro für moderne Lerninfrastruktur – Bürgermeister Peter Jung: „Gut angelegtes Geld in Bildungsgerechtigkeit und digitale Mündigkeit.“
Neuwied treibt die Digitalisierung seiner Schulen weiter voran. Mit dem Medienentwicklungsplan für die Jahre 2026 bis 2030 stellt die Stadt in den kommenden fünf Jahren rund 2,4 Millionen Euro für die digitale Ausstattung und Betreuung aller 14 städtischen Grundschulen bereit.
„Der erste Medienentwicklungsplan von 2021 bis 2025 war ein großer Schritt nach vorn“, betont Bürgermeister Peter Jung. „Alle unsere Schulstandorte sind heute an Glasfaser angebunden, WLAN ist flächendeckend vorhanden und digitale Tafeln oder mit dem Pad verbundene Fernseher sind Standard in den Klassenräumen. Das aktuelle Gutachten bestätigt uns ausdrücklich: Die Umsetzung war erfolgreich, die Zusammenarbeit zwischen Schulen, IT und Verwaltung vorbildlich“, sagt er und dankt allen beteiligten Mitarbeitern.
Vier Schwerpunkte für die nächsten fünf Jahre
Die Fortschreibung des Medienentwicklungsplans legt klare Ziele fest:
- Infrastruktur sichern und modernisieren – Glasfaser, LAN und WLAN sollen dauerhaft leistungsfähig und sicher bleiben.
- Technische Ausstattung aktuell halten – insbesondere die Präsentationstechnik in allen Unterrichtsräumen wird fortlaufend erneuert.
- Verlässlicher IT-Support – vier Fachstellen für Wartung und Koordination sorgen weiterhin für stabile Abläufe.
- Finanzielle Verlässlichkeit – über den Planungszeitraum stehen rund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung, um die Umsetzung zu gewährleisten.

Foto: Stadt Neuwied / Sebastian Krings
Bürgermeister Peter Jung mahnt zugleich an, dass die finanzielle Beteiligung des Landes an der technischen Betreuung der Schulen nicht ausreicht. „Mit lediglich elf Euro pro Schülerin oder Schüler und Jahr lassen sich Wartung, Support und Betrieb moderner IT-Strukturen nicht finanzieren“, stellte der Bürgermeister klar. „Unsere Stadt trägt den größten Teil dieser Kosten selbst. Doch langfristig brauchen wir eine faire Lastenverteilung zwischen Land und Kommunen“, sagt er und verweist auch auf das jüngste Gutachten von Land und Kommunen. Das hatte Kosten für Wartung und Verwaltung der Tablets von 162 Euro pro Schüler und Schuljahr berechnet. Da das Land allerdings trotzdem lediglich einen gestaffelten Zuschuss zwischen 5 und 25 Euro anbietet, hat der Städtebund bereits gedroht, dass Kommunen den Support werden einstellen müssen.
Neben der technischen Ausstattung betonte der Bürgermeister den pädagogischen Auftrag: „Technik allein reicht nicht. Wir müssen junge Menschen befähigen, digitale Medien verantwortungsvoll, kritisch und kreativ zu nutzen. Das ist die eigentliche Bildungsaufgabe unserer Zeit.“ Der Medienentwicklungsplan sei daher nicht nur ein Investitionsplan, sondern ein Bildungsplan für digitale Mündigkeit, also dafür, dass Kinder lernen, Medien sicher, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen. „Wir investieren in Bildungsgerechtigkeit, Zukunftsfähigkeit und die digitale Kompetenz unserer Kinder.“

