
Unternehmerin übersteht beidseitige Lungenembolie mit EKOS-Therapie
Foto: GK-Mittelrhein/Jutta Münch
MAYEN. Karnevalssonntag in der Eifel: Während andere die fünfte Jahreszeit feiern, ringt Sonja Holzem-Leif plötzlich um Atem und der Kreislauf sackt ab. „Ich dachte, das geht vorbei – vielleicht eine Grippe“, erinnert sich die 43 jährige Hofladen-Betreiberin. Erst auf Drängen ihres Mannes geht sie am Aschermittwoch zum Hausarzt. Der überweist sie direkt ins Krankenhaus – eine Entscheidung, die ihr das Leben rettet.
Der Befund im St. Elisabeth ist dramatisch: beidseitige Lungenembolie, das Herz akut geschwächt. „Ihr Kreislauf war instabil und die Lunge durch Blutgerinnsel verstopft – das war eine lebensbedrohliche Situation“, sagt Dr. med. Alae Bourakkadi, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie.
Statt einer wochenlangen Lysetherapie, das ist eine medikamentöse Behandlung, bei der ein Blutgerinnsel (Thrombus) gezielt aufgelöst wird, schlägt der Chefarzt den außergewöhnlichen Einsatz des EKOS Verfahrens vor. Dabei wird ein dünner Katheter direkt in die Gefäße der Lunge eingeführt, wo der Thrombus sitzt. Durch den Katheter werden über feine Ultraschallwellen mikroskopische Kanäle im Blutgerinnsel geöffnet, sodass das gleichzeitig verabreichte Medikament die Struktur des Thrombus schneller und gezielter auflösen kann. „So erreichen wir eine deutlich effektivere Lyse bei minimalem Medikamenteneinsatz“, erklärt Dr. Bourakkadi. „Die Ultraschallenergie sorgt dafür, dass sich der Thrombus gleichmäßig auflöst und der Blutfluss sehr schnell wiederhergestellt wird.“
Da diese Technik nur in Spezialkliniken vorgehalten wird, reist noch am selben Mittag ein spezialisiertes EKOS-Team aus Heidelberg an: Der Katheter wird gesetzt, der Ultraschall aktiviert und die Lyse beginnt. Sechs Stunden muss die Patientin still liegen. Bereits am Freitag – kaum 48 Stunden nach Therapiebeginn – fühlt sie sich erstaunlich fit. „Ich wäre am liebsten sofort nach Hause gegangen“, lacht sie heute. Zur Sicherheit bleibt sie noch zwei Tage auf der Intensivstation, am darauffolgenden Tag wird sie entlassen. Müde, aber stabil. Schon am Dienstag arbeitet sie wieder und steht im Hofladen mit 15 Angestellten und der eigenen Metzgerei.

Dr. med. Alae Bourakkadi und Sonja Holzem Leif besprechen die Untersuchungsergebnisse. Sechs Wochen nach der überstandenen Lungenembolie zeigt sich die Patientin bei der Kontrolle deutlich erholt und wieder voller Energie.
Foto: GK-Mittelrhein/Jutta Münch
Sechs Wochen später ist Sonja Holzem-Leif bei dem Chefarzt zur Routinekontrolle. „Alles gut, nur der Blutdruck erhöht. Da Sie Blutverdünner nehmen, muss das regelmäßig überwacht werden“, diagnostiziert er. Auch das ist im St. Elisabeth möglich. „Ich bin froh, dass ich meine Nachsorge hier machen kann – ich fühle mich in besten Händen.“ Für Dr. Bourakkadi ist der Fall beispielhaft: „Die EKOS Therapie ermöglicht es uns, Patienten mit akuter Lungenembolie schonend, gezielt und sehr effektiv zu behandeln – und ihnen so innerhalb kürzester Zeit zur Stabilität zurückzuhelfen.“ Sonja Holzem-Leif hat es am eigenen Leib erfahren. Heute steht sie wieder mit beiden Beinen in ihrem Betrieb – und weiß, dass sie das Leben nicht mehr für selbstverständlich hält.

