
Neuwied und Bromley leben ihre Partnerschaft – Gegenseitige Besuche und eine neue Schulverbindung
Fotos: Rainer Claaßen
Die Städtepartnerschaft zwischen Neuwied und dem Londoner Borough Bromley ist lebendig wie eh und je. Das hat ein erneuter Austausch in beide Richtungen eindrucksvoll gezeigt: Kürzlich besuchte eine von Mayor Jonathan Andrews angeführte Delegation aus England in der Deichstadt, wenig zuvor war Oberbürgermeister Jan Einig nach Großbritannien gereist.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das Wiedersehen alter Freunde, sondern vor allem der Blick nach vorn. Ein wichtiges Zeichen ist die gerade neu entstehende Kooperation zwischen der Neuwieder David-Roentgen-Schule und den London South East Colleges. Eine erste Fahrt deutscher Schüler nach England steht bereits an. „Solche Projekte sind das Herzstück unserer Städtepartnerschaft.
Hier entsteht echter Austausch, der junge Menschen prägt und Verbindungen für die Zukunft schafft“, betont Oberbürgermeister Jan Einig.
Bei seinem eigenen Besuch verschaffte sich Einig auch Einblicke in die Verwaltung und Stadtentwicklung in Bromley. Themen wie Wohnraumentwicklung und Gewerbeflächen spielen dort eine ebenso große Rolle wie in Neuwied. „Wir stehen vor ganz ähnlichen Herausforderungen. Der direkte Austausch hilft, voneinander zu lernen und neue Perspektiven zu gewinnen“, sagt Einig.

Neben fachlichen Gesprächen kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Einig unterstreicht die besondere Bedeutung solcher Begegnungen: „Internationale Kontakte schaffen Verständnis und Vertrauen. Wer sich kennt, sucht Gemeinsamkeiten statt Unterschiede. Genau das macht Städtepartnerschaften so wertvoll.“
Dass diese Partnerschaft weit mehr ist als ein offizieller Austausch zwischen Verwaltungen, zeigt das Engagement des Freundeskreises Neuwied–Bromley. Rund 120 Mitglieder zählt der Verein, der seit 1987 aktiv ist und die Verbindung mit Leben füllt. Vorsitzender Jo Hofmann berichtet von regelmäßigen Begegnungen: Alle zwei Jahre reist eine Gruppe aus Neuwied mit rund 30 bis 40 Teilnehmern nach Bromley. Vor Ort stellen die Gastgeber ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das stets auch einen Besuch beim jeweiligen Mayor einschließt, der in England jährlich wechselt.

Beim jüngsten Besuch im vergangenen September stand unter anderem das ehemalige Wohnhaus von Winston Churchill auf dem Programm. Den Abschluss bildet traditionell ein „Social Evening“, ein festlicher Abend im Zeichen der Freundschaft. Auch in Neuwied erwartet die Gäste aus England ein vielfältiges Programm. Neben Stationen in der Stadt, etwa im Zoo, führen Ausflüge auch in die Region – etwa zum Lava-Dome, ins Adenauerhaus oder auf den Rhein.
Beim jüngsten Besuch im vergangenen September stand unter anderem das ehemalige Wohnhaus von Winston Churchill auf dem Programm. Den Abschluss bildet traditionell ein „Social Evening“, ein festlicher Abend im Zeichen der Freundschaft. Auch in Neuwied erwartet die Gäste aus England ein vielfältiges Programm. Neben Stationen in der Stadt, etwa im Zoo, führten Ausflüge auch in die Region – unter anderem an den Laacher See und zur Abtei Maria Laach. Dort erhielten die Gäste eine exklusive Führung durch Abt Mauritius Wilde persönlich und gewannen eindrucksvolle Einblicke in das Klosterleben und die Geschichte des Ortes. Ein Programmpunkt der bleibenden Eindruck hinterließ und zugleich viel Raum für persönliche Gespräche ließ, die die Verbindung zwischen den beiden Städten weiter vertieften. Auch weitere Programmpunkte wie der Empfang im Rathaus, Besuche bei der Feuerwehr und Gespräche mit Vertretern aus Stadt und Region boten zahlreiche Gelegenheiten zum intensiven Austausch.
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Auch im Stadtbild ist die Partnerschaft sichtbar: Eine britische Telefonzelle steht an der Tourist-Information, ein Wegweiser am „Rewe-Kreisel“. Und beim Deichstadtfest ist die Partnerschaft im Europadorf sehr präsent, vor allem durch die Hutparade, aber auch ie zahlreichen Auftritte der „Morris Men“. Auch in Bromley gibt es einen Wegweiser nach Neuwied als sichtbares Zeichen der gewachsenen Verbindung.
„Unsere Freundschaft hat auch durch den Brexit keinen Schaden genommen“, freut sich Hofmann. Zwar sei manches organisatorisch aufwendiger geworden, „aber die Begeisterung ist ungebrochen.“ Die Mitgliederzahl bleibe konstant, das Interesse an den Fahrten, an denen auch Nichtmitglieder teilnehmen können, hoch.

Für Oberbürgermeister Jan Einig ist klar: „Städtepartnerschaften leben vom Engagement der Menschen. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz wäre all das nicht möglich.“ Gerade deshalb sei es wichtig, den Austausch weiter zu fördern und neue Impulse zu setzen – wie aktuell im Bildungsbereich.
Mit Blick auf das anstehende Jubiläum blickt auch der Freundeskreis optimistisch nach vorn: „Die Freundschaft macht uns Spaß. Deshalb werden wir 2026 und 2027 auch das 40-jährige Bestehen kräftig feiern“, kündigt Hofmann an.


