Über 60 Jahre ehrenamtlich die Roentgen-Kinzinguhren-Sammlung im Roentgen-Museum Neuwied betreut

 Der aus Neuwied gebürtige und in Andernach lebende Uhrmachermeister Walter-Friedrich Schmidt, der über 60 Jahre ehrenamtlich die Roentgen-Kinzing-Uhren im Neuwieder Roentgen-Museum betreute, feierte seinen 90. Geburtstag. Zu diesem Anlass fand im Festsaal des Roentgen-Museums eine beeindruckende Feierstunde unter dem Titel „Kinzing à Neuwied“ statt.

 Landrat Achim Hallerbach gratulierte als erster und begrüßte die zahlreichen Gäste, die nicht nur im Festsaal, auch in den Nebenräumen Platz genommen hatten. Als „außergewöhnlicher Repräsentant unseres Kreises“ wurde Uhrmacher Schmidt von Landrat Hallerbach bezeichnet. In der Neuwieder Kinzingstraße geboren, sei es sicher eine Vorsehung gewesen, dass Walter-Friedrich Schmidt sich zu einem der herausragenden Kinzinguhren-Experten entwickelt habe. Bis auf den heutigen Tag kümmerte er sich vor allem um die Uhrensammlung des Neuwieder Museums. Auch betonte Hallerbach, dass das Roentgen-Museum Walter-Friedrich Schmidt eine Reihe von Uhren zu verdanken habe, die durch seine Vermittlung und mit finanzieller Unterstützung des mit ihm freundschaftlich verbundenen Ehepaares Dr. Siegmar und Viktoria Micke ihren Platz im Museum gefunden haben. 

Aber auch die Mitwirkung bei Sonderausstellungen und begleitenden Katalogen, so 2003 bei der großen Kinzinguhren-Ausstellung, führte Landrat Hallerbach auf. Mit bekannten Roentgenmöbel-Kennern wie Dr. Dietrich Fabian und Dr. Wolfram Koeppe vom Metropolitan Museum in New York habe er zusammengearbeitet. Viele Reisen führten ihn zu Besitzern von kostbaren Kinzinguhren, die er dann begutachtete. Ganz besonders liege ihm aber die Apollouhr im Roentgen-Museum am Herzen.

 Als weiterer Punkt im Festprogramm las Dieter Kühnreich mit eindrucksvoller Stimme Texte von Walter-Friedrich Schmidt vor, die er über die Geschichte der Kinzings geschrieben hatte. So erfuhren die Besucher, wie gerne Schmidt einmal die Werkstatt der berühmten Neuwieder Uhrmacher erlebt und dort gearbeitet hätte.

 Ian Fowler, ebenfalls Uhrmacher und Restaurator, beschrieb in seinem Vortrag zwei Uhren, die dem Roentgen-Museum in jüngerer Zeit dank der Vermittlung von Walter-Friedrich Schmidt zugekommen waren. Ian Fowler, der für Museen wie die Potsdamer Schlösser oder das Mainfränkische Museum in Würzburg gearbeitet hat, hob die Besonderheiten dieser Standuhren hervor.

Als „Freiherr August Joseph Ludwig von Wackerbarth“ mit entsprechendem Kostüm aus dem 18. Jahrhundert berichtete Museumsdirektor Bernd Willscheid von einem Besuch in der Roentgen- und in der Kinzing-Werkstatt im Jahre 1791. „Seine Kunst versteht Kinzing vollkommen, und Genie besitzt er im höchsten Grade“, so die Worte des „Freiherrn“.

Musikalisch umrahmt wurde die schöne Feierstunde mit dem Lied „Die Uhr“ von Carl Loewe, gesanglich vorgetragen von Uhrmacher Schmidts Enkelin Marie Schmidt-Eggert, die von ihrem Vater Friedemann Schmidt-Eggert am Flügel begleitet wurde.

 Zum Abschluss der Feierstunde trug Friedemann Schmidt-Eggert Dankesworte seines Vaters vor, denen sich auch Landrat Achim Hallerbach mit Dankesworten anschloss. Ein Umtrunk fand dann im Vestibül des Museums statt.