Zwischenruf zu den Angriffen auf den Berliner Wahlsieger
Es ist sicherlich richtig und auch sinnvoll, dass die Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp nach Innen, in ihre Partei Die Linke hinein, wirken muss und die Antisemitismus-Vorwürfe glaubhaft entkräften muss. Es ist aber auch davon auszugehen, dass es ihr als Regierungschefin besser gelingen würde als etwa der CDU Sachsen-Anhalt vor sechs Jahren, den Eindruck eines amtlichen Antisemitismus zu verhindern. Bei einem Auftritt in Dessau fand es nämlich der damalige CDU-Innenminister Holger Stahlknecht problematisch, dass die Polizei durch den Schutz jüdischer Einrichtungen gehindert werde, bei anderen Einsätzen rechtzeitig einzutreffen. Das war Antisemitismus von Amts wegen. Deutliche Worte des Entsetzens gab es damals weder von der sachsen-anhaltischen Koalition noch aus der CDU.
